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Finanzminister
02. September 2010 15:09; Akt: 02.09.2010 15:30 Print
Russen sollen rauchen und saufen
Um die Staatskasse zu füllen, ist dem russischen Finanzminister Alexei Kudrin vieles recht. Nun hat er seine Landsleute zum verstärkten Konsum von Alkohol und Tabak aufgerufen.
Und Ex: Russische Kriegsveteranen kippen ein Glas Wodka. (Bild: Keystone/Sergey Grits)
«Die Leute müssen verstehen: Wer trinkt und raucht, hilft dem Staat», sagte Kudrin nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Wer eine Packung Zigaretten rauche, trage zur Lösung von sozialen und demografischen Problemen bei, meinte der Minister, ohne sich näher dazu zu äussern. Wobei das Argument weniger absurd ist, als es erscheint: Auch in der Schweiz tragen Raucher über die Tabaksteuer zur Finanzierung der AHV bei.
In Russland ist diese Steuer besonders niedrig, sie beträgt derzeit 250 Rubel (rund 8 Franken) pro 1000 Filterzigaretten. Ein Päckchen kostet umgerechnet rund 1.30 Franken, filterlose sind deutlich günstiger. Die Steuer soll nun bis 2013 auf 590 Rubel (etwa 19 Franken) erhöht werden. Alexei Kudrin fürchtet offenbar, dass dies den Absatz beeinträchtigen könnte, deshalb der Appell ans Volk.
Konsum schon heute sehr hoch
Dabei ist der Alkohol- und Tabakkonsum in Russland im internationalen Vergleich schon heute sehr hoch. 65 Prozent der Männer sind Raucher, und nach offiziellen Statistiken werden rund 18 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr konsumiert, vorwiegend in Form von Wodka. Etwa eine halbe Million Menschen sterben jährlich an den Folgen von Alkoholmissbrauch.
Nicht zuletzt wegen der exzessiven Sauferei ist die Lebenserwartung der Männer in Russland niedriger als in Entwicklungsländern wie Bangladesch und Honduras. Selbst die Regierung sah sich zum Handeln gezwungen. Sie erhöhte den Mindestpreis für Wodka, verfügte eine Null-Toleranz-Doktrin bei Trunkenheit am Steuer und verbot den nächtlichen Verkauf von alkoholischen Getränken.
(pbl)

























