Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Ford Hood
10. November 2009 06:24; Akt: 10.11.2009 08:16 Print
Amokläufer aus dem Koma erwacht
Kommt bald Klarheit hinter den Amoklauf von Fort Hood? Der schwer verletzte Verantwortliche für das Massaker von Fort Hood, Major Nidal Malik Hasan, ist im Spital zu Bewusstsein gekommen und spricht. Heute wird im Stützpunkt ein Gedenkgottesdienst mit Präsident Obama stattfinden.
Die künstliche Beatmung des Amokäufers konnte eingestellt werden. Der Kommandant des US-Stützpunkts, Bob Cone, bestätigte am Montag, dass Malik Hasan wieder erwacht sei. Ob er inzwischen Angaben zum Motiv seiner Bluttat machte, sagte der General aber nicht.
17 der 30 Verletzten befanden sich am späten Samstagabend noch im Spital. Ermittlern zufolge feuerte Hasan während des Amoklaufs mehr als 100 Schüsse ab. Bei den Todesopfern handelt es sich um zwölf Armeeangehörige und einen Zivilisten. Unter den Todesopfern ist eine 21-jährige schwangere Soldatin. Das jüngste Opfer war 19 Jahre alt.
Motiv weiterhin unklar
Über das Motiv des 39-jährigen Militärpsychiaters Nidal Malik Hasan herrscht weiter Unklarheit. So gilt als möglich, dass Hasan, der traumatisierte Rückkehrer aus Afghanistan und dem Irak betreute, unter der Last seiner Aufgabe zusammenbrach.
Verwandte hatten zudem berichtet, der gläubige Muslim habe sich diskriminiert gefühlt und unter seiner bevorstehenden Entsendung ins Ausland gelitten. Hasan hätte Ende November gegen seinen Willen nach Afghanistan geschickt werden sollen.
«In den USA selbst radikalisiert»
Nicht ausgeschlossen wird auch ein religiöser Hintergrund. So soll Hasan unmittelbar vor der Bluttat «Allahu akbar» (arabisch für: «Gott ist grösser») gerufen haben. Ermittler der Bundespolizei FBI hatten zudem bereits früher im Internet extremistische Texte gefunden, die jemand unter dem Namen Nidal Hasan verfasst hatte.
Am Wochenende wurde auch bekannt, dass Hasan offenbar die gleiche Moschee besucht hat wie zwei Attentäter vom 11. September 2001. Für die Mutter Hasans fand am 31. Mai 2001 eine Trauerfeier im Islamischen Zentrum Dar al Hijrah in Falls Church im US-Staat Virginia statt. Imam dieser Moschee im Grossraum Washington war damals der als radikal bezeichnete Prediger Anwar Aulaqi. Die Moschee wurde nach Angaben aus Ermittlerkreisen im April 2001 auch von Nawaf al Hazmi und Khalid al Mihdhar besucht, die an den 9/11-Anschlägen beteiligt waren.
Der einflussreiche US-Senator Joe Lieberman forderte deshalb eine Kongressuntersuchung der Vorfälle. Sollten die bisherigen Berichte zutreffen, handle es sich um den «schlimmsten Terroranschlag» seit dem 11. September 2001.
Der Täter trage die Züge eines Terroristen, der sich in den USA selbst radikalisiert habe, sagte der Vorsitzende des Senatsausschusses für Heimatschutz dem US-Fernsehsender Fox News. Als ausgeschlossen gilt mittlerweile, dass beim Unglück Mittäter im Spiel waren.
Trauerfeier mit Obama
An diesem Dienstag sollen die Toten in einer Trauerfeier geehrt werden. Dazu reisen auch Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle nach Fort Hood im US-Bundesstaat Texas. Wegen der Trauerfeierlichkeiten hat Obama eigens seinen Abflug nach Asien verschoben. Er wird nun erst am Donnerstag nach Tokio aufbrechen.
(sda/dapd)

























