Proteste

20. März 2010 14:32; Akt: 20.03.2010 14:32 Print

Rothemden legen Verkehr in Bangkok lahmRothemden legen Verkehr in Bangkok lahm

Mit einem über 20 Kilometer langen Protestzug haben mehr als 100 000 Regierungsgegner in Bangkok die Strassen blockiert.

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Zehntausende motorisierte Regimegegner rollen durch Bangkok.

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Die «rote Karawane» - benannt nach den typischen roten T-Shirts der Opposition - bestand aus mehr als zehntausend Mopeds, tausenden Autos und Kleinlastern, die hupend durch die Strassen fuhren. Die Proteste verliefen bislang friedlich. Die Demonstranten verlangen den Rücktritt der Regierung, die ihrer Ansicht nach nicht legitim im Amt ist.

«Wir wollen den Einwohnern von Bangkok Tribut zollen, und erklären, worum es uns geht», sagte einer der Anführer, Weng Tojirakarn. «Bangkok hat sechs bis sieben Millionen Einwohner, wenn wir die Hälfte zu unserer Kundgebung bekommen, wären das schon drei Millionen.»

Regierungschef Abhisit Vejjajiva ist ihnen ein Dorn im Auge, weil er sein Amt nicht an der Wahlrune, sondern im Parlament, mit Stimmen von Überläufern der Vorgängerregierung gewann. Hinter ihm stehen aber das Militär, die Monarchisten und die alt eingesessenen Bangkoker Eliten.

Forderung nach Neuwahlen

Die meisten Regierungsgegner sind Anhänger des 2006 unter Korruptionsvorwürfen gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Der hatte sich die Loyalität der armen Massen mit günstiger Krankenversicherung und Kleinkrediten gesichert. Die einflussreichen Schichten sahen ihren Einfluss schwinden.

Die von Thaksin weitgehend finanzierte UDD verlangt Neuwahlen. Sie brachte bereits am vergangenen Wochenende 100'000 Menschen nach Bangkok, überwiegend aus den armen Provinzen im Nordosten. Ihr Ultimatum zum Rücktritt verstrich am Montag.

Am Dienstag verschütteten die Demonstranten selbst gespendetes Blut literweise vor dem Regierungssitz und dem Haus Abhisits. «Der Regierungschef ist offen für Gespräche», bekräftigte Regierungssprecher Panitan Wattanagagorn am Samstag. Die UDD will nur verhandeln, wenn Abhisit vorher verspricht, das Parlament aufzulösen.

(sda)