25. November 2006 07:04; Akt: 11.12.2006 21:40 Print

Polonium 210: Blaues Leuchten in der NachtPolonium 210: Blaues Leuchten in der Nacht

Beim Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Litwinenko wollten die Meuchelmörder auf Nummer sicher gehen: An drei verschiedenen Aufenthaltsorten wurden Spuren von radioaktivem Polonium gefunden.

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In der Wohnung des früheren russischen Geheimdienstlers, einem Hotel und in einem Sushi-Restaurant wurden Rückstände von Polonium 210 gefunden. Litwinenko hatte sich in dem Londoner Hotel und dem Lokal mit angeblichen Informanten getroffen, darunter einem Ex-Spion des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB. Litwinenko starb am Donnerstagabend auf der Intensivstation eines Londoner Spitals.

Polonium 210

In der Leiche Litvinenkos wurde eine grosse Menge des Isotops Polonium 210 gefunden. Es kann Krebs auslösen. Gefährlich ist seine Alphastrahlung vor allem, wenn Polonium in den Körper gelangt. Noch sei unklar, wie das Gift in den Körper gelangte.

Polonium wurde 1898 von Marie Curie in der Uran Pechblende entdeckt und nach ihrem Heimatland Polen benannt. Es ist ein radioaktives, metallisches Element. Es steht in der Hauptgruppe der Chalkogene. Polonium 210 ist das wichtigste natürlich vorkommende Isotop des Elements und zerfällt zu Blei.

Das Metall ist silberweiss und glänzend. Polonium gibt Wärmestrahlung ab und leuchtet wegen der starken Radioaktivität im Dunklen hellblau. Polonium ist extrem selten und wird als Neutronenquelle in Atombomben verwendet.

Er habe die Substanz entweder mit der Nahrung aufgenommen, inhaliert oder sie sei über eine Wunde in seinen Körper eingedrungen. Ermittler gehen davon aus, dass ihm ein bislang noch unbekannter Täter das Polonium am 1. November heimlich verabreichte.

Vorwürfe an Putin

Kurz vor seinem Tod in der Nacht zum Freitag hatte Litwinenko Russlands Präsident Wladimir Putin des Mordes beschuldigt. Putin wies die Vorwürfe am Rande des EU-Russland-Gipfels in Helsinki zurück.

Russische Menschenrechtler warfen der EU vor, im Fall Litwinenko demokratische Standards zu vernachlässigen. Es gebe eine «zynische Handelsformel» unter dem Motto «Schweigen für Gas», schreibt die Menschenrechtlerin Schor-Tschudnowskaja in der «Frankfurter Rundschau» (Samstagsausgabe).

Die Menschenrechtlerin warnt in dem Beitrag, in der russischen Zivilgesellschaft würden Stimmen lauter, «die von einer heimlichen, aber immer deutlicher zu Tage tretenden Komplizenschaft der westlichen politischen und wirtschaftlichen Eliten mit Putins Regime sprechen.» Den früheren Demokratisierungsbemühungen Europas laufe dies klar zuwider.

Bitte um Mithilfe

Der Mordvorwurf hat mittlerweile auch die britische Regierung auf den Plan gerufen. Das Sicherheitskabinett «Cobra» traf sich nach Angaben vom Freitag bereits drei Mal, um über den Fall Litwinenko zu beraten.

Das gilt als Zeichen, dass der Vorfall weitere Kreise zieht. Grossbritannien bat zudem Russland um Mithilfe bei der Aufklärung des mysteriösen Todesfalls.

Scotland Yard intensivierte die Fahndung nach den unbekannten Tätern und durchsuchte dabei auch mehrere Gebäude sowie die Wohnung Litwinenkos. Dabei fanden Spezialisten Spuren des radioaktiven Materials.

(sda)

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  • Floh92 am 01.01.2007 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    UNO, WETO, Russland

    Diese Sache mit der Vergiftung dieses Geheimagenten finde ich unkorrekt. Aber was will man dagegen machen?! Die UNO kann herzlich wenig machen. Und warum? Wegen dem WETO-Recht, welches alles andere als demokratisch ist. Man kann gegen diese 5 Stacaten welche immer im Sicherheitsrat sind nichts mach

  • sonofagun am 25.11.2006 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht länger als 20min..

    täglich über die Hintergründe nachdenken. Die ermordete russische Journalistin und der vergiftete Ex Geheimdienstler waren auf einer Spur das Attentate auf russische Wohnhäuser NICHT von techenischen Rebellen verübt wurden, bei dem über 300 Menschen starben, sondern angeordnet von Putin als Rechtfertigung zum 2. Techenienkrieg dienten. Richt das roli, so von der Menge an Toten, oder sind das zuwenig zum Nachdenken?

  • Antonio Roganti am 25.11.2006 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Holzpellets

    ...das Gas wird politically unkorrekt. Holzpellets sind angesagt!