Neue Strategie

27. Januar 2012 22:38; Akt: 27.01.2012 22:38 Print

Navy Seals und Drohnen statt MassenheerNavy Seals und Drohnen statt Massenheer

Das US-Militär muss sparen, und das nicht zu knapp. Deshalb sollen die Streitkräfte schlanker und effizienter werden. Ein Schwerpunkt liegt künftig bei verdeckten Einsätzen.

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Die US-Drohne Predator.

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Die US-Regierung will beim geplanten Umbau der Streitkräfte die Einsätze von Sonderkommandos ausweiten. Das Pentagon und das Weisse Haus hätten einen entsprechenden Vorschlag von Admiral William McRaven, dem Befehlshaber der US-Spezialeinheiten, angenommen, sagten Regierungsmitarbeiter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Demnach sollen reguläre Truppen reduziert und Einheiten wie die Marine-Elitetruppe Navy Seals, die unter anderem den Angriff auf Osama bin Laden und die Rettung einer amerikanischen und einer dänischen Geisel in Somalia diese Woche durchgeführt hatten, verstärkt eingesetzt werden. Ziel ist es, die Streitkräfte zu einer kleineren und beweglicheren Truppe zu machen, die schneller und besser auf Bedrohungen ausserhalb der traditionellen Kriegsführung reagieren kann.

30 Prozent mehr Drohnen

Der Plan sieht gemäss dem «Wall Street Journal» vor, dass der Personalbestand der Sondereinsatzkräfte in den nächsten vier Jahren von 63 750 auf 70 000 Mann gesteigert werden soll. Auch die US-Drohnenflotte soll wachsen, und zwar um nicht weniger als 30 Prozent. Derzeit betreibt die US-Luftwaffe rund um die Uhr 61 Drohnen-Kampfpatrouillen mit bis zu vier Flugzeugen pro Einsatz. Die Pläne sehen laut Pentagon-Beamten vor, genug Drohnen für bis zu 85 Dauereinsätze zu haben.

Damit findet der Drohnen-Boom bei den US-Streitkräften seine Fortsetzung. Die Ausgaben für die unbemannten Flugzeuge haben sich zwischen 2002 und 2011 von 550 Millionen auf fast fünf Milliarden Dollar nahezu verzehnfacht. Vor allem unter Präsident Barack Obama wurden die Einsätze massiv ausgeweitet. Der Ausbau bei der verdeckten Kriegführung steht im Kontrast zu den allgemeinen Sparbemühungen: Im Zuge der Sanierung des Haushalts soll das Pentagon in den kommenden zehn Jahren 487 Milliarden Dollar einsparen.

Schwerpunkte Nahost und Asien

Verteidigungsminister Leon Panetta stellte am Donnerstag die konkreten Pläne vor. Insgesamt 525 Milliarden Dollar sollen im Haushaltsjahr 2012 für reguläre Ausgaben der US-Armee verwendet werden. Hinzu kämen 88 Milliarden Dollar für Kampfeinsätze wie beispielsweise in Afghanistan, sagte Panetta in Washington. Das entspricht einem Rückgang von neun Prozent gegenüber dem aktuellen Budget.

Die Zahl der Soldaten bei den Bodenstreitkräften soll von 570 000 im Jahr 2010 auf 490 000 im Jahr 2017 sinken. Bei der Marine ist eine Kürzung von 202 000 auf 182 000 Soldaten geplant. Der Kauf neuer Stealth-Kampfjets vom Typ F-35 wird aufgeschoben, ältere Flugzeuge und Kriegsschiffe werden ausgemustert. Die aus elf Schiffen bestehende Flugzeugträgerflotte wird hingegen nicht angetastet. Ein besonderes Augenmerk der USA solle auf der militärischen Präsenz im Nahen Osten und in Asien liegen, sagte Panetta.

Wie einst Rumsfeld

Die Botschaft ist klar: Die USA setzen statt auf konventionelle Kriege vermehrt auf verdeckte Einsätze, obwohl diese in einer juristischen Grauzone stattfinden. Auch die regulären Streitkräfte müssen sich darauf einstellen: «Die Armee soll die Mentalität der Spezialkräfte übernehmen», sagte ein Offizier und Pentagon-Berater dem «Wall Street Journal». Die Strategie erinnert an die Pläne des früheren Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, der das US-Militär ebenfalls in eine schlankere, flexiblere Streitmacht umbauen wollte.

Von Seiten der Republikaner ist trotzdem heftiger Widerstand zu erwarten, besonders im Wahljahr. Ihre Präsidentschaftskandidaten – mit Ausnahme von Ron Paul – betrachten Sparmassnahmen beim Militär als inakzeptabel. Dabei warnen Experten, dass dies angesichts des US-Budgetdefizits und der horrenden Staatsverschuldung nur der Anfang ist und das Pentagon in Zukunft mit weiteren Einschnitten rechnen muss.

(pbl/dapd)

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  • Tom am 28.01.2012 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich gut!

    Go Navy Seals go.... und räumt auf!

  • Nubi am 28.01.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Bubi spielen, Bubi....

    Zu grosse Spielfreude könnte den Weltfrieden noch mehr stören.

  • max baum am 28.01.2012 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Konventionell

    Mit 490'000 Soldaten könnte trotzdem beinahe jedes Land der Welt eingenommen werden. Vonwegen kein Massenheer =)