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17. Juli 2006 10:10; Akt: 17.07.2006 11:44 Print
Irak: Blutbad auf Marktplatz
Rund hundert mit Schnellfeuergewehren bewaffnete Männer schossen während Minuten wahllos in eine Menschmenge auf einem Marktplatz in Mahmudijah. Mehr als 40 Menschen starben.
Bei den meisten Opfern handele es sich um Schiiten. Der schiitische Fernsehsender Al Forat meldete 72 Tote, Behörden und Rettungskräfte bezifferten die Zahl der Opfer jedoch auf 41. Mahmudija südlich von Bagdad leidet seit langem unter anhaltenden Anschlägen und den Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten.
Der Angriff begann gegen 09.00 Uhr (Ortszeit) mit einem kurzen Granatbeschuss. Die Aufständischen töteten dann drei irakische Soldaten an einem Kontrollpunkt, stürmten den Markt, schossen mit automatischen Waffen um sich und feuerten Granaten ab, wie die Polizei erklärte. Die Sicherheitskräfte nahmen beim Versuch, die Attentäter zu finden, nach Angaben von Augenzeugen wahllos Menschen fest.
Angehörige von Vermissten versammelten sich vor dem Krankenhaus, es kam zu einem Handgemenge mit Sicherheitskräften. Mehrere Verletzte wurden auch zur Behandlung ins etwa 30 Kilometer entfernte Bagdad gebracht. Das Zentrum von Mahmudija wird mehrheitlich von Schiiten bewohnt, während sich die Sunniten in den Vororten niedergelassen haben. Bei einem Bombenanschlag im Osten Bagdads wurden nach Polizeiangaben am Montag zwei Menschen getötet und neun verletzt.
Der gestürzte Staatschef Saddam Hussein hielt nach US-Militärangaben am Montag den zehnten Tag in Folge an seinem Hungerstreik fest, um für bessere Sicherheit seiner Anwälte zu protestieren. Der Gesundheitszustand des Expräsidenten und von drei seiner Mitangeklagten, die ebenfalls die Nahrungsaufnahme verweigerten, sei weiter gut, hiess es.
(sda)

























