Irak

11. März 2010 16:56; Akt: 11.03.2010 17:05 Print

Bündnis von Al-Maliki liegt nach Wahlen vornBündnis von Al-Maliki liegt nach Wahlen vorn

Bei der Parlamentswahl im Irak ist ersten Ergebnissen zufolge das Bündnis Rechtsstaat von Ministerpräsident Nuri Al-Maliki im schiitisch geprägten Süden stärkste Kraft geworden. Um den zweiten Platz ist derweil ein streit ausgebrochen.

storybild

In Bagdad haben die Stimmenzähler weiterhin viel Arbeit vor sich. (Bild: Reuters)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Das Bündnis Al-Malikis lag nach den am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Teilresultaten in zwei Provinzen südlich von Bagdad in Führung. Weitere Ergebnisse würden erst bekanntgegeben, wenn 30 Prozent der Stimmen ausgezählt seien, hiess es bei der unabhängigen Wahlkommission.

Diese Zahlen dürften vor allem Aufschluss über das Abschneiden der anderen Parteien geben, dem Bündnis Irakija um den ehemaligen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sowie der schiitisch dominierten Irakischen Nationalallianz (INA).

Zwei «zweite Sieger»

Diese beiden Bündnisse erklärten sich nach den Parlamentswahlen zu «zweiten Siegern» und forderten eine Beteiligung an der Macht. Die Schiiten-Allianz INA drohte damit, die Ergebnisse der offiziellen Auszählung nicht anzuerkennen, falls sie von den Aufzeichnungen der eigenen Wahlbeobachter abweichen.

Diese hätten festgestellt, dass die Rechtsstaat-Koalition in den Provinzen Bagdad, Dijala und den neun Provinzen südlich von Bagdad rund 1,9 Millionen Stimmen erhalten habe. Die Schiiten-Allianz habe dort etwa 1,8 Millionen Wählerstimmen bekommen. Die konkurrierende Al-Irakija-Liste erhielt den Angaben zufolge nur rund 666'000 Stimmen.

Diese Ergebnisse decken sich allerdings nicht mit den Schätzungen der Al-Irakija-Liste. Eine Sprecherin des Bündnisses erklärte, Al- Irakija habe in mehreren Nordprovinzen den ersten Platz belegt und auch in den Grossstädten Bagdad und Basra sehr gut abgeschnitten.

Die Kandidaten-Liste von Al-Maliki hat zwar nach allen bislang veröffentlichten Schätzungen die meisten Stimmen erhalten. Die absolute Mehrheit im Parlament hat sie jedoch nicht, so dass es auf eine Koalitionsregierung hinauslaufen wird.

Al-Maliki selber hielt sich seit der Wahl mit Kommentaren zurück. Die staatlichen Medien berichteten, er sei am Donnerstag «nach einer erfolgreichen Operation» in einem Spital in Bagdad an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Einzelheiten zu seiner Erkrankung wurden nicht genannt.

Härtetest für Demokratie

Die Iraker hatten am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal seit dem Sturz des Saddam-Regimes durch die US-Armee ein Parlament gewählt. Die Wahlkommission will die offiziellen Ergebnisse in den kommenden Tagen veröffentlichen.

An der Wahl am Sonntag hatten sich 62 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt. Die Abstimmung galt vor dem für Ende 2011 geplanten Truppenrückzug als Härtetest für Demokratie und Sicherheit im Irak.

(sda)