Staatsbesuch

08. September 2010 06:34; Akt: 08.09.2010 19:12 Print

Steuerstreit vor Lösung - Problem beim FluglärmSteuerstreit vor Lösung - Problem beim Fluglärm

Für den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff steht beim Steuerstreit eine Einigung kurz bevor. Beim Fluglärm sehe es schlechter aus, sagte er im Rahmen seines Staatsbesuchs in Bern.

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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff (Mitte) und Bundespräsidentin Doris Leuthard im Gespräch mit Studenten an der Uni Zürich. Gruppenbild an der Uni: Bettina Wulff, der deutsche Bundespräsident Christian Wulff, Prorektor Otfried Jarren, Bundespräsidentin Doris Leuthard und ihr Ehemann Roland Hausin. Bettina und Christian Wulff. Besichtigung von Sonnenkollektoren an der ETH Lausanne am 9. September 2010. Bei strahlendem Wetter ist auf dem Bundesplatz in Bern alles bereit für den Empfang des deutschen Staatspräsidenten Christian Wulff (8. September 2010). Wulff wird mit militärischen Ehren empfangen. Die Ehrenformation bilden 80 Panzerrekruten aus Thun. Wulff nahm sich auch Zeit, den Zuschauern die Hände zu schütteln. Gekommen waren auch viele Deutsche. Vor dem grossen Empfang musste der rote Teppich noch gesaugt werden. Und auch Armeechef André Blattmann beobachtete aus dem Bundeshaus die Szenerie. Nach dem Abschreiten der Ehrengarde empfängt der Gesamtbundesrat Wulff im Bundeshaus, wo die beiden Staatsoberhäupter eine Rede hielten. Die Schweiz sei ein enorm wichtiger Partner für Deutschland, sagte der deutsche Staatspräsident Wulff in seiner Rede im Bundeshaus. Bundespräsidentin Doris Leuthard lobt ebenfalls die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Gemeinsam könne man viel erreichen. Nach den Reden gabs ein Glas Wein, bevor die Gespräche zwischen Wulff und einer Delegation des Bundesrats begannen. Der Steuerstreit steht offenbar unmittelbar vor einer Lösung, liessen der deutsche Staatspräsident Christian Wulff und Bundespräsidentin Doris Leuthard an einer Medienkonferenz nach den Gesprächen durchblicken. Dafür gibt es beim Fluglärmstreit noch grosse Hindernisse. Angereist waren Wulff und seine Frau Bettina (rechts) am Mittwochmittag mit einem Regierungsflugzeug aus Berlin. Im Bild spricht Wulff mit mitreisenden Journalisten. Am Flughafen Zürich-Kloten landete der deutsche Staatspräsident unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Das Wetter auf dem Flughafen spielte nicht mehr: Bei der Ankunft Wulffs regnete es. Empfangen wurde Wulff und seine Frau von der Bundespräsidentin Doris Leuthard. Von Zürich-Kloten ging die Reise mit dem Sonderzug nach Kehrsatz bei Bern. Im Speisewagen wurde ein Mittagessen serviert. In Kehrsatz folgte ein zweiter Empfang, bei dem auch Schulkinder ein Ständchen hielten. Die deutschen Gäste fuhren von Kehrsatz in Limousinen ins Zentrum von Bern, wo Wulff im Hotel Bellevue logiert.

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Viele nette Worte gab es in Bern anlässlich des hohen Besuchs aus Deutschland. Trotzdem machte der deutsche Bundespräsident Christian Wulff klar, dass beim Fluglärmstreit keine Einigung in Sicht sei. Er habe diesbezüglich gemischte Gefühle, sagte Wulff vor den Medien in Bern. «Es gibt noch einige Viertausender zu überwinden», sagte er anlässlich seines zweitägigen Staatsbesuchs in der Schweiz.

Neben dem Problem des Anflugs auf den Flughafen Zürich war am Mittwochnachmittag auch der Steuerstreit ein Thema bei den Gesprächen zwischen Wulff und einer Delegation des Bundesrats. Bei den offenen Steuer- und Finanzfragen sei eine baldige Lösung in Sicht, deutete Wulff an. Er habe diesbezüglich ein gutes Gefühl. Ein wichtiger Vorentscheid der Schweiz sei es gewesen, den OECD-Standard zu übernehmen. Bei der Klärung der Detailfragen seien die Verhandlungen sehr weit fortgeschritten. Bundespräsidentin Doris Leuthard betonte, dass die Schweiz kein unversteuertes Geld wolle.

Bei den Gesprächen habe man auch über den Anschluss Deutschlands an die Eisenbahn-Alpentransversale Neat sowie über den Themenkreis Bildung, Wissenschaft und Technologie gesprochen, sagte Leuthard. Er habe seine Meinung zu einem möglichen Beitritt der Schweiz zur EU geäussert, sagte Wulff. Doch öffentlich wollte er dazu nichts sagen. Diese Frage sei eine Schweizer Angelegenheit, so Wulff, in die er sich nicht einmischen wolle.

«Enorm wichtiger Partner»

Zuvor lobte Leuthard beim Empfang im Bundeshaus in ihrer Rede die Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz. Gemeinsam könne man viel erreichen. Wulff drückte die Freude über die Einladung zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch. Der deutsche Staatspräsident betonte die wichtigen wirtschaftlichen Verbindungen der beiden Länder. Es sei gelungen, vorhandene Schwierigkeiten zu überwinden, sagte Wulff und spielte damit auf den Steuerstreit an. Er bezeichnete es als normal, dass es zwischen zwei befreundeten Staaten auch unterschiedliche Ansichten gebe. Wichtig sei, dass man sich Mühe gebe, zu befriedigenden Lösungen zu kommen. «Die Schweiz ist für Deutschland ein enorm wichtiger Partner», sagte Wulff. Das wolle er mit seinem Besuch ausdrücken.

Händeschütteln mit Deutschen

Wulff war zusammen mit seiner Frau Bettina am Mittwochmittag am Flughafen Kloten gelandet. Dort wurden sie von Bundespräsidentin Doris Leuthard, Bundeskanzlerin Corina Casanova und dem Zürcher Regierungsratspräsidenten, Hans Hollenstein, empfangen. Danach fuhren die Delegationen aus der Schweiz und aus Deutschland in einem Sonderzug nach Bern. Im Speisewagen wurde ein Mittagessen serviert. In Kehrsatz bei Bern stiegen die Gäste in Limousinen um, die sie ins Zentrum der Bundesstadt, ins Hotel Bellevue, brachten.

Am Mittwochnachmittag wurde das deutsche Staatsoberhaupt auf dem Bundesplatz mit militärischen Ehren empfangen. 80 Panzerrekruten der Rekrutenschule in Thun bildeten die Ehrenformation. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen und dem Abschreiten der Ehrenformation nahm sich Wulff Zeit, um den Zuschauern, darunter auch viele Deutsche, die Hände zu schütteln.

Am Mittwochabend war im Bernerhof, dem Sitz des Finanzdepartements, zu Ehren des Staatspräsidenten ein Bankett geplant. Morgen Donnerstag besucht Wulff zuerst die Technische Hochschule Lausanne EPFL. Am Nachmittag nimmt er in Zürich an einem Podium teil, bevor er am Abend wieder zurück nach Deutschland fliegt.

(mdr)

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  • Stevie am 10.09.2010 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Flugstreit

    Wenn's nicht so traurig wär, müsste man lachen! Ausgerechnet die bürgerlichen "Gränies" enervieren sich über das EU Urteil. Wer hat den Staatsvertrag blockiert? Die Bürgerlichen, vorab die SVP! Aber Schuld haben wieder die anderen, ist ja nichts Neues. Zudem soll die Elite an der Goldküste ruhig den Lärm schlucken. Sie benötigen Flüge mehr als wir "Normalos" mit Lohnausweis. Der Lärm trifft sicherlich nicht die Falschen!

  • Dr.Biber am 09.09.2010 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung!

    Möchte nicht wissen, was dieses Affentheater gekostet hat. Wozu eigentlich immer Militärischer Empfang, ich finde es zutiefst unfreundlich, einen Staatsgast mit der Armee zu empfangen.

  • werner muser am 09.09.2010 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    flugverbot

    Wieso mutet hr. wulff seinen wählern in südbaden solchen lärm zu, wenn er von und nach zürich fliegt?

    • MCross am 09.09.2010 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso ...

      ... sollten die Südbadener Lärmbelastungen ertragen, wenn die Stadt Zürich von ihrem eigenen Flughafen kaum mit Lärm belastet wird? Oder wieso gibt es für die Stadt ein Überflugverbot?

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