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06. Dezember 2007 14:16; Akt: 06.12.2007 15:45 Print
Verseuchtes Wasser - 15 000 beim Arzt
In der finnischen Stadt Nokia herrscht zurzeit Notstand: Nachdem Ende letzter Woche verseuchtes Wasser aus den Leitungen geflossen war, mussten sich 15 000 Menschen in ärztliche Behandlung begeben. Informiert wurden sie von den Behörden allerdings nie.
Die Stadt Nokia, in der Nähe von Tampere, ist wie gelähmt – und das nicht nur, weil am 6. Dezember Nationalfeiertag ist. Die Schulen sind zu, über 100 Soldaten der finnischen Armee und 50 Mitarbeiter des Roten Kreuzes verteilen Desinfektionsmittel und sauberes Wasser unter den Bewohnern.
Notstand: Armee muss Wasser verteilen. (Bild: iltalehti.fi)
Die Behörden verboten am Donnerstag den Menschen, das Wasser aus der Leitung zu gebrauchen, auch nicht das Gekochte. Sie empfahlen, das Leitungswasser nicht einmal zum Duschen oder Geschirrwaschen zu benutzen.
Menschlicher Fehler
Die ersten Meldungen, dass mit dem Wasser etwas nicht stimmen könnte, wurden am 28. November bekannt: Bereits 1000 Menschen hatten wegen Magenbeschwerden einen Arzt aufgesucht, 40 davon waren schwer krank. Man ging der Sache nach, und sofort wurde klar: Aufgrund eines menschlichen Fehlers war ein Hahn geöffnet worden, durch den Abwasser in die Wasserleitung fliessen konnte. Der offene Hahn wurde schliesslich am 30. November geschlossen – als bereits 400 000 Liter verseuchtes Wasser in die Wasserleitung geflossen waren. Der Fall soll nun untersucht werden.
Die Finnen und die verseuchten Gewässer
Die jüngsten Berichte über den Vorfall in der Stadt Nokia sind nicht die ersten, in denen man die Schlagwörter 'Finnland' und 'Wasserverschmutzung' zusammen antrifft. Bereits im vergangenen Jahr waren die Finnen der Grund dafür, dass die beiden «Bruderländer» Argentinien und Uruguay, die traditionell eine gute Beziehung pflegen, in Konflikt gerieten: Es ist das finnische Unternehmen «Botnia», das auf uruguayischer Seite eine Zellulose-Fabrik aufbauen will. Die Umweltschützer beklagen, dass während des Produktionsprozesses zur Bleichung des Zellstoffes aggressive Stoffe in den gemeinsamen Fluss Uruguay entsorgt werden.

























