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16. Februar 2008 17:23; Akt: 16.02.2008 17:26 Print
Dresdner wehren sich gegen Neonazi-Aufmarsch
Dresden hat heute Flagge gegen Rechts gezeigt: Mehrere tausend Menschen protestierten gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer im Gedenken an die Zerstörung der Stadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Nora Goldenbogen, sagte vor Demonstranten an der neuen Synagoge: «Nazis sollen in Dresden nicht mehr aufmarschieren können.»
Der parteilose Oberbürgermeister Lutz Vogel forderte zum Nachdenken darüber auf, «warum wir unsere Vergangenheit nicht loslassen dürfen».
Zu der Aktion unter dem Motto «Geh denken» hatte ein grosses bürgerliches Bündnis aufgerufen, um wie in den Vorjahren an die nationalsozialistische Vorgeschichte der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 zu erinnern. Die Veranstalter sprachen von mindestens 6000 Teilnehmern.
Rechte und linke Demonstranten
Zeitgleich bewegte sich ein sogenannter Trauermarsch der rechtsextremen «Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland» durch die Innenstadt, laut Polizei ebenfalls mehrere tausend Teilnehmer.
Zudem waren mehrere hundert Anhänger der linken Szene in der sächsischen Landeshauptstadt unterwegs, darunter nach Behördenangaben auch gewaltbereite Autonome.
Die gesamte Innenstadt wurde seit dem Morgen von Polizisten aus mehreren Bundesländern abgesichert. Bis zum Nachmittag gab es laut Polizei keine grösseren Vorfälle.
Solidarität mit jüdischer Gemeinde
Bereits am Morgen hatten mehrere hundert Menschen ihre Solidarität mit der 750 Mitglieder zählende Jüdischen Gemeinde bekundet, weil der Demonstrationszug der Rechten an der neuen Synagoge vorbeiführen sollte. Jüdische und nichtjüdische Besucher nahmen am Sabbat-Gottesdienst in der vollbesetzten Synagoge teil.
Dresden war vor 63 Jahren bei Luftangriffen US-amerikanischer und britischer Bomber stark zerstört worden. Nach Schätzungen starben etwa 35 000 Menschen.
(sda)

























