26. November 2006 10:10; Akt: 11.12.2006 21:41 Print

Toter Spion: Britische Agenten ermitteln in MoskauToter Spion: Britische Agenten ermitteln in Moskau

Britische Geheimdienstagenten wollen in Moskau weiter zum tödlichen Strahlenanschlag auf den russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko ermitteln. In London wurden inzwischen mehrere Räumlichkeiten wegen Strahlengefahr gesperrt.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die russischen Behörden hätten Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem britischen Ermittlungsteam signalisiert. Agenten aus London könnten «in den kommenden Tagen» in Russland eintreffen.

Derweil setzten Spezialisten von Scotland Yard und des Geheimdienstes MI5 die Untersuchung von Örtlichkeiten in London fort, in denen sich Litwinenko am 1. November mit Personen getroffen hatte, die möglicherweise zum Kreis der Tatverdächtigen gehören.

Radioaktive Substanz

Der als Gegner der Regierung von Präsident Wladimir Putin bekannte Ex-Agent des russischen Geheimdienstes FSB war am Donnerstagabend an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben.

Spuren dieses Elements wurden abgesehen von seiner Wohnung auch im Londoner Hotel Millennium sowie der Sushi-Bar «Itsu» am Piccadilly Circus gefunden. Die Bar sowie vier Räume in dem Hotels im Zentrum Londons wurden nach Polizeiangaben bis auf weiteres geschlossen.

Mehrere hundert Personen, die sich am 1. November und in den Tagen danach im Hotel am Grosvernor Square sowie in der Sushi-Bar aufgehalten hatten, meldeten sich inzwischen beim staatlichen medizinischen Dienst NHS. Sie folgten einem Angebot, sich über einen eventuell ratsamen Test auf Radioaktivität zu informieren.

Obduktion weiter aufgeschoben

Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche Litwinenkos. Die Leiche wurde inzwischen in ein Leichenhaus der Gerichtsmedizin verlegt.

Über einen Zeitpunkt für die Obduktion sei angesichts der potenziell hohen Strahlenbelastung des Körpers noch nicht entschieden worden, hiess es bei der Polizei.

(sda)