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Weitere Krawalle?

Nach Krawallen kehrt Ruhe ein

Nach neuen Krawallen in der griechischen Hauptstadt Athen hat sich die Lage am Freitagabend wieder beruhigt. Auch in anderen griechischen Städten blieb es ruhig, wie der staatliche Rundfunk berichtete.

Kurz vor Mitternacht Ortszeit (22:30 MEZ) gingen rund 50 Velofahrer auf die Fahrbahn der Hauptstrasse vor dem Parlament und blockierten etwa 30 Minuten lang den Verkehr. Sie skandierten Parolen gegen die Polizeigewalt, wie das Fernsehen berichtete. Dabei entstanden vorübergehend Verkehrsprobleme im Zentrum Athens.

Auch am Freitag Krawalle

Auch am Freitag spielten sich in Athen wieder die Szenen ab, die Griechenland seit dem tödlichen Polizeischuss auf einen Jugendlichen vor einer Woche erschüttern. Zugleich kündigten Studenten und andere Protestgruppen an, mit täglichen Demonstrationen und Strassenblockaden in der Hauptstadt den Druck auf die Regierung erhöhen zu wollen. Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis wies Rücktrittsforderungen zurück.

Die Emotionen nach dem Tod des 15-Jährigen dürften nicht mit «dieser zerstörerischen Raserei» verwechselt werden, erklärte der Regierungschef. Griechenland müsse sich vielmehr auf die Wirtschaftskrise konzentrieren. «Das ist meine Sorge und die Sorge und Priorität der Regierung», sagte Karamanlis beim EU-Gipfel in Brüssel. Die oppositionellen Sozialisten warfen der Regierung vor, die Augen vor der Realität zu verschliessen.

Mehrere tausend Demonstranten zogen am Freitag durch Athen und verlangten eine Politikänderung bezüglich Ausgabenkürzungen, den Rücktritt des Innenministers sowie die Freilassung aller Personen, die im Zuge der Ausschreitungen festgenommen wurden. Zunächst blieb die Kundgebung friedlich, im späteren Verlauf kam es aber erneut zu Zusammenstössen. Jugendliche bewarfen Bereitschaftspolizisten mit Pflastersteinen, diese antworteten mit Tränengas. Am Syntagma-Platz in der Innenstadt gingen Fensterscheiben von Bankfilialen zu Bruch.

Demonstranten besetzten vorübergehend einen privaten Athener Radiosender und verlasen eine Erklärung. In der nordwestgriechischen Stadt Ioannina wurde nach Behördenangaben ein Verwaltungsgebäude kurzzeitig besetzt.

«Eine mehr organisierte Form des Protests»

Ursprünglich waren die Proteste vor allem Ausdruck der Empörung über den Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropolous am vergangenen Samstag. Die Unruhen weiteten sich auf viele griechische Städte aus, zahlreiche Geschäfte und Autos wurden zerstört. Zunehmend erhoben die Demonstranten auch politische Forderungen. Einer der Organisatoren der Demonstrationen, Petros Constantinou von der Sozialistischen Arbeiterpartei, sagte am Freitag, die anfänglichen Wutausbrüche über den Tod des Jugendlichen seien einer «mehr organisierten Form des Protestes» gewichen.

Mit Spannung erwartet wurde unterdessen das Ergebnis der ballistischen Untersuchung, die klären soll, ob die Kugel aus der Polizeiwaffe direkt auf den 15-Jährigen abgefeuert wurde oder ob es sich um einen Querschläger handelte. Die beiden beteiligten Polizisten sitzen in Untersuchungshaft.

Der stellvertretende Minister für öffentliche Ordnung, Panayiotis Chinofotis kündigte am Freitag an, die Polizei werde ihre Regeln zum Waffengebrauch überprüfen. «dies ist eine Situation, die eine umfassende Untersuchung erfordert und nicht politisch ausgeschlachtet werden darf», sagte Chinofotis.

Seit Beginn der Proteste 200 Verhaftungen

Das Justizministerium kündigte an, die Regierung wolle trotz der Unruhen an der geplanten Freilassung von rund 5000 Häftlingen festhalten. Nach einem Hungerstreik von Gefangenen gegen die Überbelegung von Haftanstalten im November hatte die Regierung beschlossen, rund 40 Prozent aller Häftlinge auf freien Fuss zu setzen. Die Entlassungen, die noch im Dezember beginnen sollen, würden nicht verschoben, erklärte das Justizministerium.

Seit Beginn der Proteste wurden mindestens 70 Menschen verletzt und rund 200 verhaftet.

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(Quelle: AP/SDA)

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