Gewalt in Syrien

28. Januar 2012 15:03; Akt: 28.01.2012 17:43 Print

Arabische Liga stoppt Mission in SyrienArabische Liga stoppt Mission in Syrien

Die Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien war bereits mehrfach behindert worden. Jetzt reagiert die Liga darauf und zieht die Beobachter vorerst ab.

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Noch immer werden in Syrien Städte bombardiert. Am 21. Februar 2012 fordert Russland daher einen UNO-Sondergesandten einzusetzen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht am 16.2.2012 von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien. In der Stadt Zabadani patroullierten Assad-Truppen mit Panzern (rechts) Am 16.02.2012 wurden in Syrien 14 Menschenrechtsaktivisten festgenommen. Darunter auch die Bloggerin Rasan Ghassawi. Der britische Aussenminister Hague spricht sich am 13.2.2012 für eine Friedenstruppe aus - jedoch ohne westliche Beteiligung. In der Stadt Daraa kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Das Satellitenbildunternehmen Digital Globe hat Aufnahmen veröffentlicht, auf denen nach Angaben des Unternehmens Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge der syrischen Streitkräfte in der Stadt Homs zu sehen sind. Demnach wurden die Bilder am 10.2.2012 aufgenommen. Auf einigen der Fotos sei zu sehen, dass gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe von Wohngebäuden stehen. Am 10. Februar 2012 erschüttern Detonationen Aleppo. Es gab viele Tote und Verletzte. Am 7. Februar 2012 trifft der russische Aussenminister Sergej Lawrow auf Syriens Präsident Baschar al-Assad (links). Die Oppositionshochburg Homs steht weiter unter beschuss. Am Montag, den 06. Feburar, kamen laut Oppositionsangaben mindestens 95 Menschen ums Leben. Während die Gewalt in Syrien anhält, protestieren Regierungsgegner in Jerusalem gegen Baschar al-Assad und das systematische Töten von Regierungsgegnern. Am 30.Januar gehen die Kämpfe zwischen Opposition und Regierungstruppen weiter. Viele Zivilisten sterben. Bei schweren Ausschreitungen in der Stadt Hama wurden am 27. Januar mindestens 44 Menschen getötet. Syrische Soldaten der freien Armee bei einem Protest gegen Präsident Baschar al-Assad in der Stadt Khalidieh am 26. Januar 2012. Am 24.1.2012 gaben sechs Golfstaaten bekannt ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen. In den Strassen von Daraa patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten... In Ghabagheb versammeln sich mehrere Hundert Syrer, um gemeinsam an einem Protestmarsch in die Provinzhauptstadt Daraa teilzunehmen. In Daraa kam es in der vergangenen Woche zu den bisher grössten Ausschreitungen gegen das Regime in Damaskus. Um die 100 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein... ... In einem improvisierten Konvoi - bestehend aus Motorrädern, Taxis, PWs, Pickups - fahren die Protestierenden von Ghabagheb nach Daraa und schwenken syrische Flaggen... ... Der Grund: Die Trauerfeier für neun Syrer, die bei Zusammenstössen mit der Polizei ums Leben kamen, weiten sich während des Tages zu einem Massenprotest aus, dem sich um die Einwohner anschliessen. ... Zur gleichen Zeit lässt das Regime in Damaskus protestieren: Regierunsnahe Aktivisten demonstrieren in der Hauptstadt, halten Fotos von Präsident Bashar Assad in die Höhe und singen patriotische Lieder. ... Augenzeugen berichten, Sicherheitskräfte hätten die al-Omara-Moschee, wo regimekritische Demonstranten Zuflucht suchten, gestürmt... ... Über 40 Leute sollen bei der Erstürmung ums Leben gekommen sein. ... und schiesst auf Demonstranten. Mehrere kommen ums Leben. Nur Stunden vorher soll es in einer Moschee in Daraa zu einem richtiggehenden Massaker gekommen sein... In Daraa kommt es zu schweren Zusammenstössen zwischen zumeist jugendlichen Protestierenden und Sicherheitskräften. Die Polizei setzt Tränengas ein... Die Proteste gegen die syrische Regierung gehen weiter. Bei den blutigen Kämpfen sind bereits 55 Menschen gestorben. : Baschar Assad spricht vor dem Parlament. Er sieht eine Verschwörung gegen sein Land im Gange. : Das Militär stärkt Präsident Baschar den Rücken und ist bereit mit allen Mitteln gegen Demonstranten vorzugehen. Wenn nötig auch mit Waffengewalt. Bei Protesten in Syrien sind am zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Hier eine Demo in Daraa. Unterstützer des syrischen Regiimes haben am die Städte Baida und Beit Dschnad angegriffen. Als am 10. April die Stadt Bania angegriffen worden war, kam es zu mehreren Todesopfern. Am stellte Syrien ein neues Kabinett vor. Am wird eine Sitzblockade in der Stadt Homs gewaltsam aufgelöst. In Homs nehhttp://www.20min.ch/diashow/36477/syrien2-9fcc52cdbb342d2d40df83f1db04fd2c.jpgmen tausende Demonstranten an der Beerdigung der am Vortag an einer Trauerfeier getöteten vier Menschen teil. Die Proteste gehen auch nach der Gewalteskalation der letzten Tage weiter. Die Gewalt geht auch am Samstag weiter. Zuvor war heftige Kritik von Seiten Barack Obamas an die syrische Regierung geäussert worden. Der «Freitag der Wahrheit» hat begonnen. Sicherheitskräfte haben wiederum massive Gewalt angewandt. Beim Einsatz der syrischen Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten in der Stadt Daraa sind am dutzende Menschen getötet worden. Die Sicherheitskräfte feuerten mit schwerer Artillerie auf die Stadt. Trotz heftiger internationaler Kritik am Vorgehen der syrischen Regierung gehen die Sicherheitskräfte immer noch mit aller Härte gegen die Proteste vor. Trotz hartem Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Opposition gehen die Proteste in zahlreichen Städten weiter. Die syrische Regierung hat daher am 1. Mai erneut Reformen angekündigt. Syrische Regierungstruppen nehmen die Protesthochburg Banias ein und verhaften über 1000 Oppositionelle. Panzer der syrischen Armee rollen in der Küstenstadt Banias ein. Die Opposition widersetzt sich dort dem Präsidenten Assad. Die Stadt Hama wird von der syrischen Armee belagert. Die Demonstranten werden massenhaft abgeführt. Das syrische Militär ist an der Grenze zum Libanon eingerückt - von dort flüchten immer mehr Syrier ins benachbarte Land. herunter. Teilnehmer an einer Trauerfeier für am Vortag getötete Demonstranten in der Stadt Homs. Gemäss Angaben von Menschenrechtsaktivisten sollen Sicherheitskräfte den Trauerzug und dabei mehrere Menschen getötet haben. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit dieser Videos ist allerdings wegen der schwierigen Nachrichtenlage nicht möglich. Die syrische Opposition hatte zu einem «Tag der Wut» aufgerufen. Dabei gingen die Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstranten vor. Baschar Assad erlässt eine Generalamnestie für politische Gefangene. Eine weitere Aufnahme aus dem Camp. Diese Bilder sind allerdings kaum von unabhängiger Seite zu überprüfen. Im Internet veröffentlichte Videos zeigen, wie Angehörige des Militärs in der Nähe der Stadt Homs einen wehrlosen Mann misshandeln. Kinder posieren im Flüchtlingslager für den Fotografen und machen das Victory-Zeichen. Ein Flüchtling mit seinem Baby im Lager nahe der türkischen Ortschaft Yayladagi an der Grenze zu Syrien. Die syrische Armee rückt im Norden Syriens immer mehr vor. Der syrische Aussenminister bestreitet iranische Hilfe bei der Gewalt gegen Demonstranten. Zu Hunderten flüchten Syrer über die Grenze in die Türkei. Sie fürchten die Gewalt des syrischen Militärs. Erstmals haben die Proteste auf Aleppo übergegriffen, die zweitgrösste Stadt und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Mehrere hundert Menschen protestieren gegen das Regime. US-Präsident Barack Obama spricht dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad die Legitimität ab. : Der internationale Druck auf Bashar Assad steigt. Die EU will eine internationale Verurteilung erwirken. Die EU verschärft die Sanktionen gegen Bashar Assad. Panzer greifen gleichentags die Stadt Hama an. Regierungstruppen bringen hunderte Panzer vor den Städten Hama und Deir al-Zor in Stellung. Am gibt es weitere Massaker in Syrien. Die USA beziffern die Zahl der Toten auf über 2000. ...als auch am Tag. In vielen Teilen gleicht Homs aber einer Geisterstadt. Sowohl in der Nacht... : Die Militärpräsenz in Homs ist massiv. : Die USA und die EU fordern Baschar al-Assad erstmals direkt zum Rücktritt auf. Die Demonstrationen gegen Baschar Assad nehmen zu. Wieder sterben Menschen bei den Protesten. Hiobsbotschaft am Die UNO zählt bereits 2600 Tote in Syrien seit Beginn des Aufstandes. Origineller Protest in Homs am : Taucher zeigen ein Anti-Assad-Plakat mit der Aufschrift «Menschen und Fische wollen, dass der Mörder verschwindet». Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach die Regimegegner zum bewaffneten Kampf übergehen. Am stürmen Assad-Truppen die Stadt Rastan. : Die staatliche syrische Zeitung «Al Baath», ein Sprachrohr der Regierung, warnte US-Botschafter Robert Ford davor, Stellung zu beziehen. Im Januar 2011 traf sich der Botschafter noch mit Syriens Präsident Baschar al-Assad. 4. November 2011: Ein Demonstrant stellt sich in der Nähe von Homs der Polizei in den Weg. Befürworter von Assad an einer Demo in Aleppo am 19. Oktober. Gaddafi ist weg, der nächste ist Assad: Mit Schuhen wird am 21. Oktober auf Assad-Porträts von Exil-Syriern in Libanon eingeschlagen. Auch nach der Friedensvereinbarung zwischen Assad und der Arabischen Liga vom 2. November 2011 dauern die Unruhen in Syrien an. Amateuraufnahmen eines Videos zeigen wie syrische Soldaten eine Leiche wegschleppen (11. November 2011). Bei schweren Gefechten in der Stadt Daraa kamen am 14. November 2011 bis zu 90 Menschen ums Leben. Das Bild zeigt einen brennenden Panzer der syrischen Armee. Ein Screenshot aus einem Youtube-Video, das am 19. November 2011 hochgeladen wurde, soll offenbar Dissidenten der syrischen Armee zeigen. Ob die Angriffe auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Damaskus auf ihr Konto gehen, ist unklar. Am 28. November 2011 protestieren tausende Syrier in Damaskus gegen die Sanktionen der arabischen Staaten. Auch am 3. Dezember, nach dem Beschluss von Sanktionen gegen Syrien, geht das Blutvergiessen weiter. Am 13.1.2012 warnt die Arabische Liga eindringlich vor einem Bürgerkrieg. Die Gewalt nimmt kein Ende: Am 17. Dezember sind in Syrien erneut 21 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Die arabische Liga verliert langsam die Geduld mit dem syrischen Machthaber, stellt ein neues Ultimatum - und will sich bei einem Nichteinhalten «wahrscheinlich» an den UNO-Sicherheitsrat wenden. Präsident Baschar al-Assad (rechts) hat derweil eine irakische Delegation in Damaskus empfangen. Am Dienstag 27. Dezember schickt die Arabische Liga Beobachter nach Syrien: Desertierte Soldaten verschanzen sich in zerbombten Häusern. Beobater der Arabischen Liga erkunden am 28. Dezember Baba Amr, einen Stadtteil von Homs. Trotz der internationalen Mission gehen die Proteste und tödlichen Schiessereien weiter. Der Leiter der Beobachtermission in Syrien, General Mustafa al Dabi, gerät unter Druck: Am 29. Dezember wird von der syrischen Opposition seine Abberufung gefordert. Syrier in Daraa sprechen am 30. Dezember 2011 mit einem Delegierten der Arabischen Liga. Die syrische Armee hat ihre schweren Waffen aus den Städten abgezogen. Dies melden die Beobachter der Arabischen Liga (Bild) am 2. Januar. Eine Gruppe von Beobachtern der Arabischen Liga inspiziert am 2. Januar die Strassen von Idlib in Nordsyrien. Bei einem schweren Selbstmordanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am 6. Januar mehrere Personen ums Leben gekommen. Diese Amateur-Aufnahmen aus einem Video sollen zeigen, wie Demonstranten im syrischen Hama vor Schüssen mit scharfer Munition fliehen müssen. Eine Überprüfung der Bilder auf ihre Echtheit ist jedoch von unabhängiger Seite nicht möglich. France 2-Journalist Gilles Jacquier stirbt am 11.1.2012 bei einem Granatbeschuss in Homs.

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Die Arabische Liga zieht Konsequenzen aus der unaufhörlich eskalierenden Gewalt in Syrien. Die Beobachter des Staatenbundes stoppten ihren Einsatz mit sofortiger Wirkung, erklärte die Arabische Liga am Samstag.

Die Kontrolleure waren in Syrien selbst angegriffen worden und im Ausland unter Kritik geraten, weil während ihres Einsatzes noch mehr Blut im Machtkampf zwischen dem Lager Präsident Baschar al-Assads und dessen Gegnern vergossen wurde.

Die Arabische Liga wolle die Arbeit der Beobachter aussetzen, bis das Thema im Rat des Staatenbunds erörtert worden sei, erklärte das Generalsekretariat der Liga.

Aus deren Kreisen war zuvor verlautet, dass die Beobachter selbst zunächst in Syrien bleiben sollten. Der für Syrien zuständige Vertreter der Arabischen Liga, Adnan al-Chodeir, betonte, die Liga werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Sicherheit der Beobachter zu gewährleisten.

165 Beobachter in Syrien

Die 165 Beobachter der Arabischen Liga waren am 26. Dezember nach Syrien geschickt worden, um die Umsetzung eines Plans zur Beilegung der Krise zu überwachen. Sie waren in ihrer Arbeit jedoch massiv behindert worden.

Der Plan sah das Ende der Gewalt seitens der Sicherheitskräfte und der Rebellen, die Freilassung von Gefangenen und den Abzug von Panzern aus den Städten gefolgt von Verhandlungen vor. Bereits am Dienstag hatten die sechs Staaten des Golfkooperationsrates angekündigt, ihre Mitglieder aus der Beobachtermission abzuziehen, da sich Damaskus nicht an die Vorgaben des Plans gehalten habe.

Hingerichtete Häftlinge gefunden

Die syrische Führung geht seit fast einem Jahr gewaltsam gegen Demonstranten vor, die den Rücktritt von Assad fordern. Nach Schätzungen der UNO starben dabei bereits mehr als 5600 Menschen.

Erst am Samstag berichteten Regierungsgegner von einem grausigen Fund in Hama, wo Assads Truppen in der vergangenen Woche massenhaft Kritiker festgenommen hatten: Die Leichen von 17 Häftlingen seien gefunden worden - die meisten an den Beinen mit Eisenketten gefesselt und mit Kopfschüssen getötet.

Auch andernorts in Syrien kam es Regierungsgegnern zufolge zu neuen Konflikten, bei denen mehrere Menschen starben.

Veto-Macht Russland stellt sich quer

Der UNO-Sicherheitsrat debattierte am Freitag über einen neuen Resolutionsentwurf arabischer und europäischer Länder, mit dem das Blutvergiessen gestoppt werden soll. Vorhergehende Entwürfe scheiterten nicht zuletzt am Widerstand der Vetomacht Russland.

Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin zeigte sich nach der Sitzung zwar weiter gesprächsbereit, bezeichnete den Entwurf jedoch als «inakzeptabel». Er überschreite die «roten Linien», die Russland nicht überschreiten werde, sagte er zur Begründung für sein Veto.

Dazu zählen Sanktionen und ein Waffenembargo. Russland erklärte zudem, es werde keine Resolution verabschieden, in der ein Rückzug von Präsident Assad verlangt werde.

Liga-Generalsekretär im Sicherheitsrat

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, soll nächste Woche vom UNO-Sicherheitsrat angehört werden. Dort wird er zusammen mit dem Chef des Syrien-Komitees der Liga, Katars Regierungschef Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, erwartet.

Anschliessend soll es ein neues Treffen der Arabischen Liga geben. Noch vor zwei Monaten hatten die arabischen Staaten eine «Internationalisierung» des Syrien-Konflikts abgelehnt.

(sda)

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