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Koran
10. September 2010 06:44; Akt: 10.09.2010 11:46 Print
Verwirrung um Absage der Verbrennung
US-Pastor Terry Jones sorgt weiter für Aufsehen. Zuerst hiess es, er verzichte auf die Koranverbrennung. Nun erklärte er, die Verbrennung sei ausgesetzt, aber nicht abgesagt.

Pastor Terry Jones und Imam Muhammad Musri reichen sich die Hand, nachdem Jones angekündigt hatte, auf die Verbrennung von Koranen zu verzichten. (Bild: Keystone/AP)
Der radikale US-Pastor Terry Jones aus Florida hat seine geplante Koran-Verbrennung in ein absonderliches Verwirrspiel verwandelt. Kurz nach einer öffentlichkeitswirksamen Absage der weltweit kritisierten Aktion kündigte er schon wieder eine mögliche Kehrtwende an.
«Wir sagen die Veranstaltung nicht ab, aber wir setzen sie aus», sagte Jones dem Fernsehsender NBC. Kurz vorher hatte er noch bekräftigt, das Vorhaben definitiv nicht umzusetzen. Das Hin und Her begründete er damit, dass sich die angeblichen Voraussetzungen für die Absage der Bücherverbrennung wieder geändert hätten.
Sie beruhte nach seinen Angaben auf einer Vereinbarung mit der muslimischen Gemeinde in New York, dass der umstrittene Bau einer Moschee in der Nähe vom Ground Zero an anderer Stelle verwirklicht werden soll. Dieser von Jones proklamierte Kompromiss wurde jedoch unmittelbar nach der Verkündung von allen Seiten dementiert.
Am Ground Zero waren am 11. September vor neun Jahren die Zwillingstürme des World Trade Centers von islamistischen Terroristen zum Einsturz gebracht worden. Jones, Pastor einer Kirchengemeinde mit nur 50 Mitgliedern, hatte die Verbrennung von 50 Ausgaben des Korans aus Anlass dieses Jahrestages angesetzt.
Kein Tauschhandel mit Moschee
Der für den Moscheebau in New York zuständige Imam Feisal Abdul Rauf hatte die Aussagen des Pastors deutlich zurückgewiesen. «Ich bin sehr überrascht über ihre Ankündigung», teilte er in einer Erklärung mit. «Wir werden nicht mit unserer noch mit irgendeiner anderen Religion spielen. Noch werden wir einen Tauschhandel treiben.»
Auch die Entwickler des muslimischen Kulturzentrums «Park51» bezeichneten die Ankündigung als haltlos. «Es ist unwahr, dass Park51 woanders gebaut wird. Das Projekt wird wie geplant fortgeführt», sagte Sharif El-Gamal, der Planer des Komplexes.
Jones hatte in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz gesagt, sich in einem Gespräch mit dem Präsidenten der islamischen Gesellschaft von Zentral-Florida, Imam Muhammad Musri, über die Verlegung der geplanten Moschee verständigt zu haben.
Imam rudert zurück
Dieser habe in Kontakt mit dem Imam der betreffenden New Yorker Gemeinde gestanden. Musri, der die Angaben bei der Pressekonferenz zunächst bestätigte, ruderte später zurück. Das Einzige, was er Jones zugesagt habe, sei ein Treffen mit Rauf in New York. Es habe keine Zusage gegeben, «dass das Projekt örtlich verlegt oder abgesagt wird».
«Nach dem, was wir hören, sind wir gezwungen, unsere Entscheidung zu überdenken», sagte Jones darauf dem Sender NBC. Da sich die vermeintliche Einigung offenbar nicht verwirklichen lasse, sei nun alles wieder wie am Anfang.
Gates ruft Pastor an
Die geplante Verbrennung des heiligen Buches der Muslime hatte die US-Regierung zunehmend beunruhigt. Auch Präsident Barack Obama appellierte an Jones, auf den «zerstörerischen Akt» zu verzichten.
Später kam es sogar zu einer persönlichen Kontaktaufnahme der Regierung mit dem Pastor. US-Verteidigungsminister Robert Gates rief Jones an, um ihn von der Aktion abzubringen, weil diese das Leben vieler US-Soldaten im Ausland gefährden würde.
Die Ankündigung des Pastors, das heilige Buch der Muslime, verbrennen zu wollen, sorgte weltweit für Empörung. Das US- Aussenministerium versetzte mehrere US-Botschaften in Alarmbereitschaft. Interpol warnte gar vor Terroranschlägen weltweit.
(sda/dapd/afp)


























