03. August 2005 16:58; Akt: 03.08.2005 19:23 Print

Hassattacken in London: Muslime sind in AngstHassattacken in London: Muslime sind in Angst

Die Zahl der Angriffe auf Muslime in London ist seit den Anschlägen vom Juli um 600 Prozent gestiegen. In muslimischen Gemeinden der britischen Hauptstadt macht sich Panik breit.

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Wie britische Medien am Mittwoch berichten, registrierte die Londoner Polizei 269 Fälle von Beleidigungen, Körperverletzung oder Beschädigungen.

Im selben Zeitraum des Vorjahres gab es nach den Angaben nur 40 solcher Vorfälle. Allein in den ersten drei Tagen nach den Anschlägen gegen drei U-Bahnen und einen Bus, bei denen 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden waren, habe es 68 »religiös motivierte Hassdelikte» gegeben.

«Es gibt keinen Zweifel daran, dass solche gegen die muslimische Gemeinschaft gerichteten Vorfälle zugenommen haben», sagte Tarique Ghaffur von Scotland Yard. Dies könne dazu führen, dass sich die Muslime «komplett in ihr Schneckenhaus zurückziehen», und dies zu einer Zeit, da man ihre Unterstützung in London dringend brauche.

Wie Zeitungen ausserdem berichteten, arbeitet die britische Polizei auf Grund der Terrorermittlungen mittlerweile an ihren personellen und finanziellen Grenzen. Tagtäglich sind 1000 Polizisten bis zu zwölf Stunden im Einsatz, und dies sieben Tage die Woche, hiess es in der «Times» und im «Guardian».

Täglich entstünden Kosten in Höhe von umgerechnet etwa 750 000 Euro. Auf der Suche nach zusätzlichem Geld käme etwa eine Erhöhung der ohnehin nicht geringen Gemeindesteuer in Frage, hiess es.

(sda)