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27. August 2010 22:11; Akt: 27.08.2010 22:13 Print
Carter und US-Inhaftierter sind zu Hause
Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat in Nordkorea die Freilassung eines zu acht Jahren Arbeitslager verurteilten US-Bürgers erreicht. Der 30-jährige Aijalon Mahli Gomes traf am Freitagabend in Begleitung von Carter in seinem Heimatland ein.

Aijalon Gomes wird am Flughafen von Pjöngjang von Carter empfangen.
Angehörige und Freunde begrüssten Gomes am Flughafen von Boston, wohin er nach Carters Vermittlungsmission in Nordkorea ausreisen durfte. Weder Carter noch Gomes wollten die Fragen von Journalisten beantworten.
Durchbruch in Nordkorea: Ex-Präsident Carter mit Kim Yong-Nam.(Bild: AFP)
Infografik
Korea - die verfeindeten Bruderstaaten
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il habe für Gomes aus «humanitären Gründen» eine Amnestie ausgesprochen, teilte das vom Friedensnobelpreisträger gegründete Carter Center mit. Der Sprecher des US-Aussenministeriums, Philip Crowley, begrüsste die Freilassung.
Der als strenggläubiger Christ geltende Gomes war im Januar bei einem angeblich illegalen Grenzübertritt in Nordkorea festgenommen worden. Im April wurde er zu acht Jahren Arbeitslager sowie zur Zahlung von rund
Nicht im Auftrag Washingtons
Die Regierung Obama reagierte erfreut. «Wir begrüssen die Freilassung von Aijalon Mahli Gomes und sind erleichtert, dass er bald sicher wieder mit seiner Familie vereint sein wird», erklärte Aussenministeriumssprecher Crowley.
«Wir anerkennen die humanitären Bemühungen des früheren Präsidenten Carter und begrüssen Nordkoreas Entscheid, Mister Gomes eine ausserordentliche Amnestie zu gewähren und ihm die Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu erlauben», teilte Crowley weiter mit.
Carters Reise nach Nordkorea sei privat gewesen und nicht im Auftrag oder unter der Organisation der US-Regierung unternommen worden, hob der Sprecher hervor. Die USA und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte den Einsatz Carters. Er schätze es ebenfalls sehr, dass Pjöngjang Gomes aus humanitären Überlegungen frei gelassen habe, erklärte der UNO-Chef in New York.
Von Vize empfangen
Während seines Aufenthalts in Pjöngjang kam Carter offenbar nicht mit Staatsführer Kim Jong Il zusammen, der sich derzeit in China aufhalten soll. Stattdessen empfing Kims Stellvertreter Kim Yong Nam den ehemaligen US-Präsidenten.
Er habe Carter versichert, Nordkorea wolle sich für eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen einsetzen und habe Interesse an einer Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, berichteten nordkoreanische Staatsmedien.
Die Gespräche mit den USA, Japan, Russland, China und Südkorea über das nordkoreanische Atomprogramm wurden eingefroren, nachdem Nordkorea eine Reihe von Raketen- und Atomtests unternommen hatte.
Nicht das erste Mal
Ein mit Gomes befreundeter Missionar, der US-Amerikaner Robert Park, war im Februar ebenfalls freigelassen worden. Er hatte auf die schlechte Menschenrechtslage in Nordkorea aufmerksam machen wollen.
Carter war bereits 1994 nach Nordkorea gereist und hatte geholfen, eine drohende militärische Auseinandersetzung mit den USA abzuwenden.
Seine Mission erinnerte an die Nordkorea-Reise des früheren US- Präsidenten Bill Clinton vor einem Jahr, bei der Clinton die Freilassung von zwei ebenfalls wegen illegalen Grenzübertritts verurteilten US-Journalistinnen erreicht hatte.
(sda/dapd)


























