Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Deutschland
07. September 2010 20:48; Akt: 07.09.2010 20:53 Print
Nutzung der Gen-Kartoffeln gestoppt
Nach der Entdeckung von nicht zugelassenen Gen-Kartoffeln auf schwedischen Äckern hat das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die Nutzung der umstrittenen Amflora-Züchtung vorerst gestoppt.
Landesumweltminister Till Backhaus verbot am Dienstag, die bei Zepkow im Landeskreis Müritz angebauten Kartoffeln in den Verkehr zu bringen.
Er verwies auf die jüngsten Vorfälle in Schweden, wo die von der EU erlaubte Sorte Amflora mit nicht zugelassenen Gen-Kartoffeln vermischt worden war. Erst wenn der Verdacht von Verunreinigungen für Zepkower Kartoffeln ausgeräumt sei, werde die Sperre aufgehoben, sagte Backhaus.
Amflora wird vom Chemiekonzern BASF über eine Tochterfirma in Schweden und Tschechien sowie in Deutschland ausschliesslich bei Zepkow angebaut. «Die Vorfälle in Schweden bestätigen die Probleme, die ich in der Koexistenz beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen sehe», sagte Backhaus.
«Mein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF ist stark erschüttert.» Das Landesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit sei umgehend angewiesen worden, das Erntegut zu kontrollieren.
Deutschlands Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte Ende August bei Zepkow symbolisch die Amflora-Ernte gestartet. Die Aktion wurde vom Protest einiger Gentechnik-Gegner überschattet.
Durch das «Ausschalten» eines bestimmten Bestandteils soll die Gen-Kartoffel mehr Amylopektin-Stärke produzieren, die in der Papier- und Klebstoffindustrie gefragt ist. Die Knollen sind nicht für die Ernährung bestimmt.
(sda)


























