17. Oktober 2007 14:28; Akt: 17.10.2007 16:58 Print

Geheimdienst stürmt UNO-BüroGeheimdienst stürmt UNO-Büro

Somalische Geheimdienstoffiziere haben am Mittwoch das Büro der Vereinten Nationen in Mogadischu gestürmt und den örtlichen Chef des Welternährungsprogramms (WFP) festgenommen.

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Die Organisation reagierte umgehend und legte ihre Hilfeleistungen für mehr als 75 000 Menschen in der Stadt auf Eis. Sie forderte die sofortige Freilassung des Somaliers Idris Osman, der den WFP-Einsatz in Mogadischu leitet.

«Angesichts der Festnahme von Osman und der Pflicht, unsere Mitarbeiter zu schützen, stellen wir die Auslieferung von Lebensmitteln aus unserem Lager in der Hauptstadt ein», hiess es in einer Mitteilung des WFP.

Der Grund für die Festnahme war zunächst unklar. «Wir haben keine Begründung für diese Aktion, die gegen internationales Recht verstösst», erklärte die Organisation.

Polizei bestätigt Festnahme

Nach den Angaben waren bis zu 60 bewaffnete Sicherheitskräfte in zwei Panzern vor das UNO-Gebäude gefahren, bevor sie es stürmten. Osman soll im Hauptquartier des somalischen Geheimdienstes in Mogadischu eingesperrt worden sein. Ein Polizeisprecher bestätigte seine Festnahme, nannte aber keine Gründe.

Die UNO-Behörde hatte zuvor beklagt, dass die bereits seit Monaten andauernden Kämpfe zwischen bewaffneten Islamisten und somalischen und äthiopischen Soldaten die Hilfslieferungen stark behindert hätten.

Versprechen der Übergangsregierung

Im April hatte die Übergangsregierung den UNO versprochen, Hindernisse zu beseitigen, um tausenden Somaliern die dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen.

Im Dezember 2006 hatten Regierungssoldaten mit Hilfe Äthiopiens die Herrschaft der Islamisten über Mogadischu gebrochen und sie zur Flucht gezwungen.

Allein am Dienstagabend starben nach Augenzeugenangaben bei schweren Kämpfen mindestens sieben Menschen. Seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 ist das Land ohne funktionierende Zentralregierung.

(dapd)