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03. Februar 2006 08:54; Akt: 03.02.2006 08:56 Print
Karikaturen-Streit: Dänische Botschaft in Jakarta gestürmt
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta haben militante Moslems das Hochhaus gestürmt, in dem die dänische Botschaft untergebracht ist. Kofi Annan äusserte Besorgnis und mahnte zum Respekt der Religionen.
Etwa 300 militante indonesische Moslems der extremen «Islamischen Verteidigungsfront» (FPI) drangen nach Angaben eines Augenzeugen in die Eingangshalle des Gebäudes ein, in dem die Botschaft untergebracht ist.
Wut über die Mohammed-Karikaturen auch im mehrheitlich muslimischen Indonesien.(Bild: Keystone/EPA/Bagus Indahono)
Sie zerschlugen Lampen mit Bambusstöcken und warfen Stühle umher. Auf das Schild der dänischen Botschaft warfen sie faule Eier und Tomaten.
Sie forderten die Aufgabe der diplomatischen Beziehungen zwischen Indonesien und Dänemark sowie die Ausweisung des dänischen Botschafters aus dem Land.
Die Botschaft selbst liegt im 25. Stock des Gebäudes. Bis dahin drang die Menge aber nicht vor, da sie an den Sicherheitskräften in der Lobby nicht vorbeikam. Nach einer Stunde war der Protest beendet.
Annan mahnt Respekt der Religionen an
UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich am Donnerstag besorgt wegen des Streits über die Mohammed-Karikaturen geäussert. Die Pressefreiheit müsse den Glauben aller Religionen respektieren, erklärte Annan nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric. Missverständnisse und Abneigungen müssten durch friedlichen Dialog und gegenseitigen Respekt überwunden werden. Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hat sich bei den Muslimen entschuldigt, die sich durch die Zeichnungen beleidigt fühlten.
Schwelender Streit
Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hatte die umstrittenen Mohammed-Karikaturen im September abgedruckt. Mittlerweile hat sich das Blatt dafür entschuldigt, Anstoss erregt zu haben. Gleichzeitig steht die Zeitung zu der Entscheidung, die Karikaturen abgedruckt zu haben.
Zeitungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Ungarn haben die Karikaturen in dieser Woche nachgedruckt und darauf bestanden, die Pressefreiheit sei wichtiger, als die Proteste und Boykotte, die die Zeichnungen ausgelöst hätten. Der Islam verbietet die Abbildung von Mohammed.
(sda)

























