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Operation «Khanjar»
02. Juli 2009 06:19; Akt: 02.07.2009 14:53 Print
USA starten Grossoffensive in Afghanistan
Die US-Streitkräfte haben im südlichen Afghanistan mit mehreren tausend Marineinfanteristen eine Grossoffensive gegen die Taliban begonnen. Im Schutz der Dunkelheit brachten gepanzerte Fahrzeuge und Transporthelikopter in der Nacht zum Donnerstag rund 4000 Soldaten in Dörfer der Provinz Helmand, die bislang von den Taliban kontrolliert wurden.
Die US-Streitkräfte wollen diese Gebiete vor der Präsidentenwahl im August zurückgewinnen, um die Fundamentalisten und den Drogenanbau zurückzudrängen. Nach US-Angaben wurden viele Aufständische vom Absetzen amerikanischer Eliteeinheiten hinter den Reihen der Taliban überrascht. Die Offensive, an der auch etwa 650 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt sind, trägt den Namen Khanjar («Schlag des Schwertes»). Nach US-Angaben handelt es sich um den grössten und am schnellsten vorrückenden Einsatz der US-Marineinfanteristen seit der Offensive in der irakischen Stadt Falludschah im Jahr 2004.
Zudem ist es der erste grosse Militäreinsatz unter US-Präsident Barack Obama, der Afghanistan mit einer deutlichen Truppenaufstockung stabilisieren will. Auch die knapp 4000 Marineinfanteristen sind erst im Zuge von Obamas neuer Strategie nach Afghanistan verlegt worden.
Transporthelikopter setzten in der Nacht hunderte Soldaten in der Ortschaft Nawa ab, rund 30 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Laschkar Gah. In dem Gebiet waren zuvor niemals US- oder NATO-Truppen in grösserer Zahl im Einsatz gewesen. Bei Tagesanbruch gab es erste Schusswechsel, aber noch keine grösseren Gefechte.
Ein US-Soldat wurde leicht verletzt. Dorfbewohner wagten sich kaum aus ihren Häusern vor. «Wir schaffen hier eine neue Grundlage. Wir gehen an Orte, an denen noch niemand vorher war», sagte Hauptmann Drew Schoenmaker, der ein Regiment Marineinfanteristen kommandiert.
Getrübt wurden die amerikanischen Erfolgsmeldungen von der Entführung eines US-Soldaten im Osten Afghanistan. Der Soldat war nach US-Angaben aber nicht an der Grossoffensive in Helmand beteiligt.
Streitkräfte wollen Gebiet langfristig zurückgewinnen
Der Gouverneur von Helmand, Gulab Mangal, begrüsste die US-Offensive. Damit werde für die örtliche Bevölkerung Sicherheit geschaffen, und diese könnten ihrer Arbeit künftig in Frieden nachgehen, sagte Mangal. Helmand gilt als Hochburg der Taliban und ist die weltgrösste Opium-Produktionsstätte.
Vertreter der US-Streitkräfte betonten, es gehe darum, die Gebiete langfristig zu sichern. «Wo wir hingehen, werden wir bleiben. Und wo wir bleiben, werden wir das Gebiet halten und auf einen Übergang der Verantwortung für die Sicherheit an die afghanischen Streitkräfte hinarbeiten», erklärte Brigadegeneral Larry Nicholson von den US-Marineinfanteristen.
Pakistan verstärkt Truppen an Grenze
Nach Beginn einer US-Offensive verlegte Pakistan zusätzliche Truppen an die Grenze verlegt. Die Streitkräfte bereiteten sich auf eine mögliche Flucht von Taliban aus Helmand nach Pakistan vor, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag. Die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan erstreckt sich über 2600 Kilometer. In dem über weite Teile abgelegenen und unübersichtlichem Gelände bewegen sich militante Taliban weitgehend ungehindert.
Obama hat eine Verstärkung der Truppen bis zur Wahl am 20. August um rund
(dapd)


























