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World-Vision
10. März 2010 07:13; Akt: 10.03.2010 18:31 Print
Anschlag auf Hilfsorganisation in Pakistan
Sie kamen 2005, um nach einem Erdbeben zu helfen. Nun geraten sie ins Visier von Islamisten. Bei einem Angriff auf ein Büro der christlichen Hilfsorganisation World Vision im Nordwesten Pakistans sind sechs Menschen getötet worden.
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Timeline Pakistan
Etwa zehn Bewaffnete seien in ein Büro der Hilfsorganisation World Vision gestürmt und hätten das Feuer eröffnet, berichtete die Polizei in Ogi im Nordwesten Pakistans. Danach hätten sie einen Sprengsatz gelegt und ihn per Fernsteuerung gezündet. Alle Todesopfer, darunter zwei Frauen, seien Pakistaner muslimischen Glaubens, erklärte World Vision. Mindestens vier weitere Mitarbeiter wurden bei dem Angriff verletzt.
«Wir sind tief betroffen, dass wir einheimische Mitarbeiter verloren haben, die sich sehr für eine Verbesserung der Lebensumstände in Pakistan eingesetzt haben», erklärte World-Vision-Sprecher James East in Islamabad. Die Organisation stellte ihre Arbeit in der Nordwest-Provinz vorerst ein.
Der Nordwesten Pakistans wurde 2005 von einem schweren Erdbeben erschüttert, nach den Kämpfen im nahe gelegenen Swat-Tal im vergangenen Jahr errichtete World Vision überdies mehrere Flüchtlingslager in der Region. Das Gebiet um die Ortschaft Ogi, die im Bezirk Mansehra liegt, sei bislang aber vergleichsweise ruhig gewesen, sagte die Sprecherin der deutschen Sektion von World Vision, Silvia Holten. Vor dem Angriff habe es keinerlei Drohungen oder sonstige Feindseligkeiten gegen die World-Vision-Mitarbeiter gegeben.
«Die Kollegen waren sehr überrascht», sagte Holten. Sie gingen «von externen Tätern aus, die nicht aus der Region kommen». Zu den aktuellen Hilfsprojekten von World Vision in Mansehra gehörten auch Ausbildungsprogramme für Frauen und Mädchen.
Menschenrechtsbeauftragter Nooke verurteilt Bluttat
Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, zeigte sich über den Angriff bestürzt. «Der Anschlag auf das Büro von World Vision hat mich tief erschüttert», erklärte Nooke in Berlin. Die Opfer hätten sich «im Sinne der Menschen vor Ort, aber auch in unserem Sinne für Frieden und Entwicklung in Pakistan eingesetzt». Nooke ist Mitglied im Kuratorium der deutschen Sektion von World Vision.
Vier Tote bei Raketenangriff nahe afghanischer Grenze
Bei einem vermutlich von den USA angeordneten Raketenangriff im pakistanisch-afghanischen kamen am Mittwoch mindestens vier Menschen ums Leben. Die wahrscheinlich von einem unbemannten US-Kampfflugzeug abgefeuerten Raketen seien in ein Wohnhaus und einen Lastwagen im Stammesgebiet Nord-Waziristan eingeschlagen, sagte ein Vertreter der Regionalregierung. Seine Angaben wurden von zwei pakistanischen Geheimdienstmitarbeitern bestätigt.
(dapd)

























