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Friedensgespräche
05. September 2010 14:37; Akt: 05.09.2010 16:08 Print
Drohungen und Angriffe bedrohen Frieden
Die Friedensverhandlungen scheinen aus dem Ruder zu laufen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas drohte die Gespräche zu verlassen, während die Israelis Angriffe im Gazastreifen flogen.

Anfänglich herrschte noch vorsichter Optimismus. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (links) und der israelische Premier Benjamin Netanjahu im US-Aussenministerium in Washington am 2. September 2010. (Bild: Keystone)
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat mit einem Abbruch der gerade wiederaufgenommenen Friedensgespräche mit Israel gedroht. Abbas forderte am Wochenende erneut einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus.
Infografik Timeline NahostkonfliktBlockade des Gaza-StreifensDer palästinensische Ministerpräsident Salam Fajjad dämpfte einerseits die Erwartungen an die Gespräche. Ein Scheitern der Verhandlungen sei wahrscheinlicher als ein Erfolg, sagte Fajjad vor Journalisten. Abbas und Fajjad gehören der Fatah-Bewegung an, die mit der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas rivalisiert.
Netanjahu zögert
Einer der umstrittensten Punkte bei den Gesprächen ist die israelische Siedlungspolitik. Ein von der Regierung verhängter vorläufiger Baustopp läuft am 26. September aus. Abbas bekräftigte am Samstag, er werde die Verhandlungen abbrechen, falls Israel das Moratorium nicht verlängere.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat diesbezüglich noch keine Entscheidung verkündet. In einer Kabinettssitzung am Sonntag sagte er, es seien kreative Lösungen gefragt, um den Gesprächen zu einem Erfolg zu verhelfen.
Drei Tunnel bombardiert
Die israelische Luftwaffe bombardierte unterdessen mehrere Tunnel im Gazastreifen. Dabei wurden mindestens zwei Palästinenser getötet. Ziele der israelischen Luftangriffe am Samstagabend waren zwei Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen sowie ein Tunnel, den Extremisten offenbar nutzen wollten, um unerkannt nach Israel zu gelangen. Hamas-Vertreter erklärten am Sonntag, bei den beiden Toten, dem Verletzten sowie zwei noch Vermissten handle es sich um Schmuggler.
Die israelischen Streitkräfte bezeichneten das Bombardement am Sonntag als Vergeltung für die jüngsten Anschläge der Hamas im Westjordanland. Dabei waren vier Israelis getötet und zwei weitere verletzt worden. Die Anschläge überschatteten auch den Beginn der israelisch-palästinensischen Verhandlungen am Donnerstag in Washington.
Aus dem Küstengebiet heraus feuerten radikale Palästinenser am Samstag eine Rakete auf israelisches Staatsgebiet ab. Verletzt wurde dabei niemand. Dagegen waren bei einem Überfall in der Nähe von Hebron im Westjordanland am Dienstag vier Israelis ums Leben gekommen.
(dapd)



























