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Legalisierung
21. März 2010 17:48; Akt: 21.03.2010 17:48 Print
Franzosen sollen wieder ins Puff
Frankreich als Land der freien Liebe? Die Realität sieht anders aus, seit 1946 sind Bordelle verboten. Eine konservative Politikerin will dies ändern.
Das Moulin Rouge in Paris. Die Gegend um die Place Pigalle am Montmartre war und ist eine Hochburg des Geschäfts mit dem Sex. (Bild: Keystone/Juerg Mueller)
Was wäre Paris ohne seine Freudenhäuser? Seit der «Belle Epoque» um die vorletzte Jahrhundertwende geniessen die «Maison Closes» einen legendären Ruf, zahlreiche Künstler haben sie verewigt, die bekanntesten Etablissements konnten Eintritt verlangen nur fürs Besichtigen. Was viele nicht wissen: Bereits 1946 wurden alle Bordelle in Frankreich verboten. 1400 Puffs mussten schliessen, 300 allein in Paris.
Chantal Brunel setzt sich für Bordelle ein.(Bild: AFP)
Nun sollen sie wieder legalisiert werden, fordert die Parlamentsabgeordnete Chantal Brunel von der konservativen Sarkozy-Partei UMP. Sie ist seit kurzem auch Vorsitzende der nationalen Aufsichtsbehörde für die Gleichstellung von Mann und Frau. Trotzdem oder vielleicht deshalb fordert sie die Einrichtung von Eros-Centern, in denen Sexarbeiter ihre Kunden innerhalb eines regulierten und geschützten Rahmens bedienen können.
Wie in der Schweiz
Dabei verweist Brunel auf ausländische Beispiele – darunter auch die Schweiz. Man müsse von den Versuchen wegkommen, die Prostitution auszumerzen, und stattdessen das Geschäft mit dem Sex sicherer und transparenter machen. 2002 hatte sie noch ein Gesetz des damaligen Innenministers Nicolas Sarkozy gegen die Prostitution unterstützt, doch dieses verdrängte den Strich bloss von den Boulevards in Nebenstrassen und Hinterhöfe.
«Die Prostituierten werden noch schlechter behandelt und mehr missbraucht als zuvor», so Brunels ernüchtertes Fazit. «Wir müssen ihre Ausbeutung stoppen.» Beim Volk stösst sie mit der Legalisierung der Bordelle auf offene Ohren. Laut einer aktuellen Umfrage sind 59 Prozent der Franzosen dafür, nur 10 Prozent sagen kategorisch nein. Eine parlamentarische Arbeitsgruppe soll das Thema noch in diesem Monat beraten.
(pbl)

























