«Moschee-Baba»

03. September 2010 21:47; Akt: 03.09.2010 22:02 Print

Islamfeindliches Spiel empört ÖsterreichIslamfeindliches Spiel empört Österreich

Österreich hat das umstrittene Minarett- Abschiessspiel auf der Homepage der Rechtspartei FPÖ verboten. Das Spiel stammt von einer Schweizer Werbeagentur.

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«Moschee-Baba» funktioniert wie das bekannte Abschiessspiel «Moorhuhn».

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Ein Online-Spiel der FPÖ brüskiert und beleidigt den Islam - und wurde verboten: Die Staatsanwaltschaft erreichte eine einstweilige Verfügung beim Straflandesgericht Graz wegen des dringenden Verdachts der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren.

Es laufe auch ein Antrag auf Aufhebung der politischen Immunität des für das Spiel verantwortlichen steirischen FPÖ-Chefs und Nationalratsabgeordneten Gerhard Kurzmann, erklärte die Staatsanwaltschaft Graz am Freitagnachmittag.

«Aufgrund der politischen Einflussnahme unserer Gegner wurde dieses Spiel durch die österreichische Justiz verboten», hiess es am Freitagnachmittag auf der Seite, auf der man bisher per Mausklick den Islam bekämpfen konnte.

Ban Ki Moon empört

Das als Provokation vor den Landtagswahlen in der Steiermark am 26. September eingesetzte Videospiel «Moschee-Baba» (Moschee- Tschüss) hatte seit seiner Veröffentlichung Anfang der Woche für Empörung gesorgt.

Sogar UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon reagierte empört. Der österreichischen Zeitung «Die Presse» vom Samstag sagte er gemäss Vorabdruck, das Spiel sei «inakzeptabel» und «islamfeindlich».

Nach Angaben der Betreiber nahmen innert zwei Tagen 100 000 Personen am Spiel teil. «Moschee-Baba» funktioniert wie das bekannte Abschiessspiel «Moorhuhn». Statt auf Hühner zielt der Spieler aber mit einem Stopp-Schild auf aufsteigende Minarette, Moscheen und vollbärtige Muezzin-Figuren.

Schweizer Produktion

Das Spiel stammt von der Dübendorfer Werbeagentur Goal, die auch schon die Kampagne der SVP für das Minarettverbot in der Schweiz gestaltete. Im Vorfeld der Anti-Minarett-Abstimmung hatte die Agentur ebenfalls ein Internet-Spiel lanciert. Dieses diente nun für die Variante in der Steiermark als Vorbild.

(sda)