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Nahost-Konflikt

Mehr als 900 Tote im Gazastreifen

Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen stieg nach palästinensischen Angaben auf über 900, darunter sind 277 Kinder. Die Vermittlungsversuche der UNO stossen bei Israel auf wenig Interesse. Aussenministerin Livni will sich von den Vereinten Nationen nichts vorschreiben lassen.

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HEKS zahlt 100 000 Franken für Opfer im Gazastreifen

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS unterstützt die Opfer des Krieges im Gazastreifen mit insgesamt 100 000 Franken. Gemeinsam mit einer Partnerorganisation in Israel soll medizinisches Material an Spitäler verteilt werden.

Das Hilfswerk engagiere sich im Kauf, dem Transport und der Verteilung von medizinischen Hilfsmitteln und Medikamenten, darunter Intensivpflegestationen und orthopäische Prothesen, teilte HEKS am Montag mit.

Der israelischen Partnerorganisation Physicians for Human Rights (PHR) sei es eben gelungen, eine Hilfslieferung zum Schifa- Hospital, dem grössten Spital in Gaza-Stadt, zu organisieren.

Die Zusammenarbeit mit dem Spital solle auch in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Von dort aus könnten die medizinischen Hilfsgüter auch an andere Kliniken im Gazastreifen verteilt werden, schreibt HEKS weiter.

Die Kämpfe konzentrierten sich auf Gebiete nördlich und östlich von Gaza-Stadt. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, erstmals seien auch Reservisten eingesetzt worden. Die Luftwaffe habe zudem 30 Angriffe geflogen.

Die Armee vermied aber eine Ausweitung der Kämpfe auf das Stadtzentrum von Gaza und auf andere Städte im dicht besiedelten Küstenstreifen.

Zahl der Toten steigt weiter

Die Zahl der Getöteten seit dem Beginn des Krieges am 27. Dezember bezifferten die palästinensischen Rettungsdienste mit 917, darunter 277 Kinder und 95 Frauen. 4100 Personen seien verletzt worden. Israels Armee erklärte, sie habe bereits 400 Hamas- Kämpfer getötet.

Israel hielt erneut drei Stunden lang eine Feuerpause ein. 165 Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern durften in das Gebiet einfahren. Die Armee warf der Hamas vor, erneut gegen die Feuerpause verstossen zu haben: Im Lauf des Tages seien mehr als zehn Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Menschenrechtsrat verurteilt Israel

In Genf verurteilte der UNO-Menschenrechtsrat ausdrücklich die israelische Militäroperation und forderte einen sofortigen Stopp der Kämpfe. In einer Resolution werden Israel grobe Menschenrechtsverletzungen und die systematische Zerstörung der palästinensischen Infrastruktur vorgeworfen.

Zwar wurde auch ein Ende des Raketenbeschusses verlangt, die Angriffe der Hamas wurden aber nicht verurteilt. Die Resolution wurde mit 33 Stimmen bei einer Gegenstimme Kanadas und 13 Enthaltungen angenommen. Letztere kamen von den Europäern, darunter der Schweiz.

Israel wies die Resolution als unausgewogen zurück. Der israelische Botschafter in Bern, Ilan Elgar, begrüsste zudem die Haltung der Schweiz. «Ich bin zufrieden, dass die Schweiz wie andere westliche Staaten verstanden hat, dass man einen solchen Text nicht unterstützen kann», sagte er der Nachrichtenagentur SDA.

UNO hat nichts zu sagen

Israels Aussenministerin Zipi Livni sagte im Radio, man werde sich eine Waffenruhe nicht aufzwingen lassen: «Ich akzeptiere nicht, dass die UNO bei einem Krieg gegen den Terror entscheidet, wann er beendet wird.» Der Sicherheitsrat hatte am Freitag eine sofortige Waffenruhe verlangt.

Ägypten vermeldete erste Fortschritte bei ihren Gesprächen mit der Hamas über eine Waffenruhe. Auch der israelische Gesandte äusserte sich optimistisch.

Bei seiner letzten Medienkonferenz als US-Präsident stärkte George W. Bush Israel den Rücken. «Die Definition eines dauerhaften Waffenstillstands ist es, dass Hamas aufhört, Raketen auf Israel zu feuern», sagte er in Washington. «Hamas muss die Wahl treffen.»

Geberkonferenz

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft kündigte in Prag eine internationale Geberkonferenz für die Bevölkerung im Gazastreifen an. Ein Termin wurde nicht genannt.

In New York erklärte UNO-Nothilfekoordinator John Holmes, dass inzwischen fast 30 000 Palästinenser ihr Obdach verloren hätten. Die Lage in Spitälern und Lagern sei absolut unzureichend.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon wollte am Mittwoch in den Nahen Osten reisen, um sich für den vom Sicherheitsrat verlangten Waffenstillstand einsetzen. Stationen seien unter anderem Ägypten, Israel, das Westjordanland und Syrien, sagte seine Sprecherin.

(sda)
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