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Nahost
29. August 2010 18:42; Akt: 29.08.2010 18:58 Print
Rote Köpfe nach Schauspieler-Boykott
Aus Protest gegen die Siedlungen im Westjordanland wollen Dutzende israelische Schauspieler künftig Auftritte in den umstrittenen Gebieten boykottieren - und ziehen damit den Zorn des Regierungschefs auf sich.

Dieses Theater in der Siedlung Ariel kann nicht eröffnet werden, weil die Schauspieler nicht auftreten wollen. (Bild: Reuters)
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kritisierte das Vorgehen der Schauspieler am Sonntag scharf und erklärte, sie spielten damit den Gegnern Israels in die Hände.
Infografik Timeline Nahostkonflikt
Tausende demonstrieren für Schalit
Tausende Israelis haben erneut für die Freilassung des seit vier Jahren entführten Soldaten Gilad Schalit demonstriert. Die Kundgebung am Samstag in Jerusalem fand anlässlich des 24. Geburtstags des israelischen Soldaten statt.
Die Mutter des Verschleppten, Aviva Schalit, rief den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf, sich auf einen Gefangenenaustausch mit der Hamas einzulassen. «Sie haben die Möglichkeit, Gilad zu befreien», sagte Aviva Schalit an Netanjahu gerichtet.
Gilad Schalit war am 25. Juni 2006 von radikalen Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt worden; seither wird ihm jeglicher Kontakt zur Aussenwelt verwehrt. Die im Gazastreifen herrschende Hamas und Israel weisen sich gegenseitig die Verantwortung für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen um einen Gefangenenaustausch zu.
Die israelische Regierung ist unter Bedingungen im Gegenzug für die Herausgabe Schalits zur Freilassung von etwa tausend palästinensischen Gefangenen bereit.
(sda)
Netanjahu trifft am Donnerstag in Washington mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammen. Bei der Neuaufnahme direkter Verhandlungen sind die Siedlungen, die auf besetztem palästinensischen Gebiet errichtet wurden und von der internationalen Gemeinschaft als illegal betrachtet werden, einer der Hauptstreitpunkte.
An dem Boykott beteiligen sich über 60 Künstler, darunter auch einige der bekanntesten Bühnenschauspieler Israels. Sie unterzeichneten eine Erklärung, in der sie sich zu einem Auftrittsboykott in der Siedlung Ariel verpflichteten, wie der Dramatiker Joshua Sohol erklärte, der mit seinem Werk «Ghetto» über den Holocaust berühmt wurde.
Hintergrund der Aktion ist die für November geplante Eröffnung eines Schauspielhauses in Ariel, einer der grössten Siedlungen im Westjordanland. Nach Auskunft von Bürgermeister Ron Nachman haben sich die wichtigsten israelischen Theaterensembles, darunter das Habima Nationaltheater und Cameri, bereiterklärt, Ariel in ihren Tourneeplan aufzunehmen. In den Theaterkreisen Israels hatte sich jedoch Widerstand gegen diese Spielpläne geregt.
Mit rund
(dapd)


























