Nahost

29. August 2010 18:42; Akt: 29.08.2010 18:58 Print

Rote Köpfe nach Schauspieler-BoykottRote Köpfe nach Schauspieler-Boykott

Aus Protest gegen die Siedlungen im Westjordanland wollen Dutzende israelische Schauspieler künftig Auftritte in den umstrittenen Gebieten boykottieren - und ziehen damit den Zorn des Regierungschefs auf sich.

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Dieses Theater in der Siedlung Ariel kann nicht eröffnet werden, weil die Schauspieler nicht auftreten wollen. (Bild: Reuters)

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Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kritisierte das Vorgehen der Schauspieler am Sonntag scharf und erklärte, sie spielten damit den Gegnern Israels in die Hände.

Netanjahu trifft am Donnerstag in Washington mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammen. Bei der Neuaufnahme direkter Verhandlungen sind die Siedlungen, die auf besetztem palästinensischen Gebiet errichtet wurden und von der internationalen Gemeinschaft als illegal betrachtet werden, einer der Hauptstreitpunkte.

An dem Boykott beteiligen sich über 60 Künstler, darunter auch einige der bekanntesten Bühnenschauspieler Israels. Sie unterzeichneten eine Erklärung, in der sie sich zu einem Auftrittsboykott in der Siedlung Ariel verpflichteten, wie der Dramatiker Joshua Sohol erklärte, der mit seinem Werk «Ghetto» über den Holocaust berühmt wurde.

Hintergrund der Aktion ist die für November geplante Eröffnung eines Schauspielhauses in Ariel, einer der grössten Siedlungen im Westjordanland. Nach Auskunft von Bürgermeister Ron Nachman haben sich die wichtigsten israelischen Theaterensembles, darunter das Habima Nationaltheater und Cameri, bereiterklärt, Ariel in ihren Tourneeplan aufzunehmen. In den Theaterkreisen Israels hatte sich jedoch Widerstand gegen diese Spielpläne geregt.

Mit rund 20 000 Einwohnern ist das im Herzen des Westjordanlandes gelegene Ariel eine der grössten israelischen Siedlungen. Der Theaterneubau dort hat umgerechnet knapp acht Millionen Euro gekostet.

(dapd)