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20. August 2010 13:13; Akt: 20.08.2010 15:46 Print
Schöner wählen
«Ein schockierender Ausdruck sexistischer Dummheit»: Ein Wahlvideo der Republikaner in Minnesota sorgt in den USA für rote Köpfe.
Die Botschaft der republikanischen Parteieinheit im Nordsternstaat Minnesota könnte primitiver nicht sein: «Republikanische Frauen sind sexy, Demokratinnen nicht». Der Spot soll – wie so jeder Wahlspot – die Wähler dazu bringen, für die Republikaner zu stimmen. Dafür bedienen sich die kreativen Parteimitglieder mit Bildern attraktiver republikanischen Frauen wie Sarah Palin, Michele Bachmann oder Angie Harmon – und unterlegen die Diashow mit Tom Jones' Klassiker «She’s a Lady».
Bildstrecken Obama macht Ferien Infografik Popularität der US-PräsidentenPlötzlich gibt es einen abrupten Schnitt und Baha Mens' Hit «Who Let the Dogs out» dröhnt aus den Boxen. Dazu flimmern unvorteilhafte Fotos von «hässlichen Demokratinnen» über die Mattscheibe: Michelle Obama, Hillary Clinton, Nancy Pelosi oder Janeane Garofalo. Die Moderatorin Rosie O’Donnell wird dabei besonders hart bestraft: Ihr Gesicht wurde auf dem Körper von Guantánamo-Häftling Khalid Sheikh Mohammed kopiert.
Der Schuss geht nach hinten los
Prompt geisterte das Video in der Blogosphäre herum und schaffte es innert wenigen Stunden zum YouTube-Hit. Die Reaktionen liessen nicht lang auf sich warten. Brian Melendez, Präsident der Demokratischen Partei in Minnesota, brachte es auf den Punkt: «Der Tag, an dem eine Frau für ihr Aussehen statt für ihre Intelligenz und Fähigkeiten beurteilt wurde, liegt drei Generationen zurück.» Die Republikaner seien offenbar der Meinung, dass dies «gute, alte Zeiten» gewesen seien, «und wollen sie darum zurückhaben und die Wahlen im Jahr 2010 damit gewinnen.»
Auch Frauen aus den eigenen Reihen fanden wenig Gefallen an der einfach gestrickten Kreativität ihrer Parteikollegen. Parlamentskandidatin Andrea Kieffer verlangte, dass das Video vom Netz genommen wird: «Ich werde diese machohaften Andeutungen nicht dulden», sagte sie. Kolumnisten der renommiertesten US-Medien fanden ebenfalls keine segnenden Worte für das sexistische Videomaterial: «Mit einer Darbietung von rückschrittlicher, frauenfeindlicher Dummheit» hätten die Republikaner versucht, die Wähler auf ihre Seite zu ziehen, schreibt Nicole Allan in «The Atlantic».
Zähneknirschend entfernte Parteipräsident Joe Salmon das Video am nächsten Tag. Er habe das «politisch Korrekte» getan, beschuldigte allerdings die Demokraten, die Sache «zu ernst» genommen zu haben. Schliesslich müsse man sich den Tatsachen stellen können, meinte er. «Schade, dass sie so wenig Sinn für Humor bewiesen haben.»
(kle)

























