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Blasphemie-Gesetz
14. Januar 2010 11:00; Akt: 14.01.2010 11:17 Print
Sogar Jesus würde in Irland angeklagt werden
In Irland ist Anfang Jahr ein Gesetz in Kraft getreten, das Gotteslästerung mit maximal 25 000 Euro Strafe belegt. Gegner fordern die Justiz nun mit blasphemischen Zitaten von Prominenten heraus.

Szene aus dem Monty-Python-Film «Das Leben des Brian» (1979): In Irland war der Streifen bis 1987 verboten
Wie bizarr das Gesetz ist, zeigt die Tatsache, dass selbst die Religionsstifter Jesus und Mohammed heute in Irland mit einer Anklage wegen Blasphemie zu rechnen hätten. Jesus sagte den Juden, ihr Gott sei ein Teufel (Johannes 8;44), und Mohammed bat Allah gemäss den Hadithen von al-Buchari, die Juden und Christen zu verfluchen. Diese zwei und weitere 23 Zitate hat die Organisation «Atheist Ireland» auf ihrer Website aufgelistet, um damit gegen das «mittelalterliche Gesetz» zu protestieren.
Aufgeführt werden auch heutige Prominente wie Björk («I say f*** the Buddhists»), Ian Paisley (der den Papst 1988 zum Antichristen erklärte) und schliesslich Papst Benedikt XIV. selber, der 2006 mit seiner Regensburger Rede den Zorn der Muslime erregt hatte. Ausgerechnet im erzkatholischen Irland würden dem Pontifex maximus nun seine islamkritischen Äusserungen als «gotteslästerliche Aussagen gegen eine Religion» angekreidet.
«Dumm und gefährlich»
Das irische Parlament hatte das Mediengesetz zur üblen Nachrede («Defamation Act» PDF), in dem das Blasphemie-Verbot unter Absatz 5, Paragraf 36 figuriert, im Juli 2008 mit nur einer Stimme Mehrheit verabschiedet; am 1. Januar ist es in Kraft getreten. Damit es zu einer Verurteilung kommen kann, müssen drei Kriterien erfüllt sein: Erstens müssen die Gefühle von Gläubigen stark verletzt werden, zweitens muss der öffentliche Frieden gestört sein und drittens muss nachgewiesen werden, dass das Ärgernis absichtlich provoziert wurde.
Justizminister Dermot Ahern hatte die Änderung des Artikels 40 der irischen Verfassung aus dem Jahr 1937 mit der Begründung angeregt, es gebe in Irland mittlerweile mehr als eine Religion. Dieser «wachsenden Diversität» müsse Rechnung getragen werden. Bisher habe das Gesetz lediglich dem christlichen Glauben gesetzlichen Schutz geboten.
Michael Nugent hingegen, Vorstand von «Atheist Ireland», möchte den Blasphemie-Paragrafen, den er als «dumm und gefährlich» bezeichnet, am liebsten ganz aus dem Gesetz kippen. «Solche Blasphemie-Gesetze sind ungerecht. In einer zivilisierten Gesellschaft sollten Menschen das Recht haben, auch Gedanken über Religion zu äussern und zu hören, die andere Menschen empörend finden», argumentierte Nugent. Seine Organisation, die vergeblich versucht hatte, das Blasphemie-Gesetz zu verhindern, fordert nun die Fianna Fáil und die Grüne Partei, die beiden federführend am Gesetzesentwurf beteiligten Parteien, dazu auf, den fraglichen Passus zu widerrufen oder dem Volk zur Abstimmung vorzulegen.
Kritik und Lob aus dem Ausland
Kritik an dem irischen Blasphemie-Paragrafen kam auch aus dem Ausland. Neben Menschenrechtsorganisationen protestierte auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), und Schweden legte sogar eine Beschwerde bei der EU-Kommission dagegen ein. Der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins sprach von einem Rückschritt ins Mittelalter.
Beifall erhielten die irischen Glaubensschützer dafür aus dem islamischen Raum. Die Organisation der Islamischen Konferenz, der 57 Länder angehören, bemüht sich mit Verweis auf das irische Gesetz, Gotteslästerung international von der UNO unter Strafe stellen zu lassen. «Es ist beschämend, dass Irland für Staaten wie Pakistan in dieser Hinsicht nun als Vorbild gilt», klagte Nugent.
Gehört Blasphemie verboten? Ihre Meinung ist gefragt!
(dhr)
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Alle 185 Kommentare




























kein schwein
Wenn sich ein Gläubiger an blasphemischen aussagen stört gibts ein donnerwetter. Das wir Atheisten uns aber die ganzen religiösen plakaten anschauen müssen und uns drab stören schert kein schwein
Life of Brian
Da lob ich mir doch den Film "Life of Brian" welcher der ganze Religionsfanatismus mal so richtig auf die Schippe nimmt. Ich glaube nur an die Naturwissenschaft und nicht an Hokuspokus...
Gotteslästerung
Wie will ein Mensch entscheiden können was Gotteslästerung ist und was nciht, dazu müsste bewiesen werden, dass es einen Gott gibt und welcher der richtige ist.