Vor Fussball-WM

09. März 2010 17:14; Akt: 09.03.2010 17:15 Print

Südafrika braucht eine Milliarde GummisSüdafrika braucht eine Milliarde Gummis

Im Vorfeld der Fussball-Weltmeisterschaft hat die südafrikanische Regierung einen Hilfsappell erlassen: Man brauche massenhaft Kondome im Kampf gegen Aids. Die Briten schicken schon einmal 42 Millionen Stück.

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Eine freiwillige Helferin erklärt einem Mann den Gebrauch des Kondoms. (Bild: Keystone/Antony Kaminju)

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Die Südafrikaner deponierten ihre Bitte letzte Woche beim Staatsbesuch von Präsident Jacob Zuma bei der Queen. Der Bedarf wurde dabei auf nicht weniger als eine Milliarde Kondome beziffert, berichten britische Medien mit Berufung auf Regierungskreise in London. Der für Entwicklungshilfe zuständige Staatssekretär Gareth Thomas kündigte am Dienstag an, man werde eine Million Pfund (rund 1,7 Millionen Franken) zur Verfügung stellen. Damit können rund 42 Millionen Gummis beschafft werden.

Südafrika erwarte einen grossen Besucherandrang zur Fussball-Weltmeisterschaft im Juni, sagte Thomas, und habe einen entsprechenden Bedarf an Kondomen angemeldet. Etwa eine halbe Million Fussballfans werden erwartet. Die Behörden warnten zudem letzte Woche, dass bis zu 40 000 Prostituierte ins Land kommen könnten. Dies stelle eine potenzielle Zeitbombe dar, denn Südafrika hat eine der höchsten Aids-Raten weltweit.

450 Millionen Kondome pro Jahr

5,7 Millionen Menschen sind HIV-positiv, das entspricht etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Bitte der Regierung reicht denn auch über die Fussball-WM hinaus. Jedes Jahr werden gemäss dem «Guardian» etwa 450 Millionen Kondome in Südafrika verteilt, doch angesichts von rund 16 Millionen sexuell aktiven Männern genüge dies nicht.

Seit dem Amtsantritt von Jacob Zuma hat die Regierung in Pretoria ihre Anstrengungen im Bereich Prävention massiv verstärkt. Ihre Vorgänger pflegten das Problem herunterzuspielen oder mit traditionellen Heilmethoden zu bekämpfen, was international für scharfe Kritik sorgte. Allerdings gilt Zuma selber nicht als Vorbild in Sachen Safe Sex. 2006 sorgte er mit seiner Aussage für Spott und Empörung, er habe nach dem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau eine Dusche genommen. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass er mit der Tochter eines Freundes ein Kind gezeugt hat – sein bereits 20..

(pbl)