Wahlwerbung per Video

15. Februar 2012 15:00; Akt: 16.02.2012 08:27 Print

«Gäll, du wählsch mi? - Gäll, du willsch mi?»«Gäll, du wählsch mi? - Gäll, du willsch mi?»

von Lukas Nef - Die FDP Reinach gibt alles, um neue Wähler anzulocken. In einem Video wendet sich die Ortspartei singend und tanzend ans Volk.

«Gäll, du wählsch mi? Gäll, du willsch mi?»: Wahlvideo der FDP Reinach
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Die FDP-Reinach gibt alles, um neue Wähler anzulocken. Im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen vom 11. März hat die Partei ein Video produziert und auf YouTube gestellt. Darin sind 20 Kandidaten zu sehen, die in teils steifer Manier eine Aneinanderreihung dutzender Wahlsprüche von sich zum Besten geben. Beim Refrain folgt zusätzlich eine etwas ungelenke Tanzeinlage in Bolognese-Manier durchs Büro. «Das ist schlechtes politisches Theater», sagt Kommunikationsberater Klaus J. Stöhlker. Ein misslungener Versuch sich in Szene zu setzten. «Die Idee ist zwar gut, aber die Personen wirken unsicher, und der Clip wirkt kontraproduktiv». Auch Kommunikationsexperte Marcus Knill kann dem Video nicht viel abgewinnen. «Die Machart ist dürftig, es fehlt an Professionalität und Glaubwürdigkeit». Die Akteure machen sich lächerlich. Mit dem «Tutti-frutti» an Personen, die künstlich lustig spielen, holt sich die FDP sicher keine zusätzlichen Wähler.

Auch für die Online Community hinterlässt das Video einen komischen Nachgeschmack

Zahlreiche Talkback-Einträge auf 20 Minuten Online bestätigen diesen Eindruck. Laut Leser Max B. ist das der video-gewordene Beweis für die totale Orientierungslosigkeit der Liberalen.

Mehr Explosionen und mehr Photoshop wünscht sich hingegen Musikproduzent Chris von Rohr: «Inhaltlich, politisch gut, aber der Clip kommt wie ein abgestandenes Kelly Family-Video daher».

Die menschliche Seite soll gezeigt werden

Ganz und gar nicht lächerlich findet Gerda Massüger, Präsidentin FDP-Reinach, den Clip: «Es hat auch etwas Ernsthaftes und zeigt unsere menschliche Seite», so Massüger. Die Idee kam bei einem Medientraining: «Dort haben wir definiert, für was unsere Partei einsteht und es war die Grundlage für den Song», so Massüger. Das Video selber wurde von der Kommunikationsagentur fadeout in Reinach gedreht.«Wir wollten die Kandidaten einmal lustig und anders zeigen, weg vom Bild des steifen Politikers in Krawatte», sagt Alexander Meyer, Geschäftsführer von fadeout.

Bei den Produktionskosten kam die Agentur der Partei entgegen. «Wir sprechen hier von einem vierstelligen Betrag», so Meyer.

Auch die FDP-Schweiz steht dem Video positiv entgegen: «Natürlich hat eine Ortspartei nicht das nötige Geld für ein hoch professionelles Wahlvideo. Das ist auch gar nicht nötig: Die Milizpolitiker der FDP-Reinach zeigen mit ihrem Video auf sympathische Art, dass sie sich mit Freude für ihre Gemeinde einsetzen – das zählt», sagt FDP-Sprecher Noé Blancpain.


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  • Ehemaliger Rynacher am 18.02.2012 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Talente vermisst

    Dies ist die Bestätigung, dass der FDP Reinach BL echte Polittalente fehlen.

  • bücherwurm am 17.02.2012 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    cool

    geil!

  • Lucas Meier am 17.02.2012 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Es schokiert mich insofern, dass es die politik wiederspiegelt. Sie sind nicht auf die idee gekommen einmal ein paar jüngere leute zu fragen, wie der spot ankommt. Analog zu dem werden auch gesetze gemacht von leuten die in einem bereich keine Ahnung haben ob es durchsetzbar ist.