Basel

01. Juni 2010 22:40; Akt: 01.06.2010 21:41 Print

Blutspenderecht für Schwule gefordertBlutspenderecht für Schwule gefordert

von Jeanne Dutoit - Mit einer geplanten Protestaktion will sich der homosexuelle Ständerat Claude Janiak dafür einsetzen, dass Schwule in Zukunft ihr Blut spenden dürfen.

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Freiwillige spenden im Universitätsspital Zürich Blut. Ständerat Claude Janiak (kleines Bild). (Keystone)

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Ein homosexueller Mann darf in der Schweiz kein Blut spenden. «Diese Sicherheitsvorkehrung ist notwendig, da Schwule häufiger HI-Viren im Blut ­tragen als Heterosexuelle», so Rudolf Schwab, Direktor des Blutspendedienstes. Der Ständerat Claude Janiak kritisiert dies. «Das ist doch schlichtweg absurd, schliesslich hat die Schweiz zu wenig Spender», findet der Politiker, der selbst in einer eingetragenen Partnerschaft lebt.

Nun wurden auf Grund des nationalen Blutspendetags alle eidgenössischen Parlamentarier eingeladen, am 14. Juni Blut zu spenden. Als Janiak diese Einladung erhielt, erwachte sein Gerechtigkeitssinn: «Ich habe mich sofort auf HIV und Hepatitis testen lassen.» Den negativen ärztlichen Befund habe er dem Schweizerischen Blutspendedienst geschickt und den Wunsch geäussert, Blut zu spenden. «Nun werde ich in zwei Wochen ein Zeichen gegen die Diskriminierung setzen und versuchen, mein Blut anzapfen zu lassen», so Janiak.

Doch Schwab sagt: «Herr Janiak wird sicher keine Spende abgeben dürfen.»

Für Janiak und alle anderen schwulen, potentiellen Spender gibt es aber Hoffnung: Eine Arbeitsgruppe des europäischen Blutspendediensts will in Zukunft die Regelung lockern.

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  • Großkantonler am 03.06.2010 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelalterliche Vorstellungen

    Jetzt dachte ich kurz, ich sei in der Satireecke gelandet. Aber nein, das ist bitterer Ernst. Schwule dürfen kein Blut spenden! Jede Blutspende wird letztendlich auf krank machende Errger getestet, was soll diese Diffamierung bringen? Hier werden mittelalterliche Vorstellungen von Moral ausgelebt, mit dem Thema Gesundheitsvorsorge hat das absolut nichts zu tun. Ich empfehle einen Besuch des Christopher-Street-Days, um Berührungsängste abzubauen. Dort säumen "Normalos" vom Enkel bis zum Opa die Straßen beim Umzug. Ewiggestrige sollten sich daran ein Besipiel nehmen.

  • Alex Kramer am 02.06.2010 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenrechtsklage!

    Dass schwule Herr NR Janiak noch nicht nach Strassburg gepilgert ist, um gegen die böse Schweiz zu klagen! Als ob es momentan nichts Dringlicheres gäbe, als eine Randgruppe mit mehrheitlich risikoreichem sexuellen Verhalten zum Blutspenden zuzulassen. Ich denke, dass vor allem die Stigmatisierung der Schwulen für ebendiese ein Problem ist, nicht das Blutspenden an sich. Leider ist Blutspenden und eine HIV-Infektion mit Spenderblut halt ein hohes Risiko, das sollten doch gerade solche Risikogruppen endlich einsehen. Dies ist übrigens auch eine Form von Verantwortung!

  • Eveline W.S. am 02.06.2010 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Politischer Höhenflug

    Wirklich wichtiges Thema. Darum wählen wir SP. Die packen die heissen Eisen an. Wirtschaftskrise, Euro-Krise, Zuwanderungs-, Migrationsprobleme, Jugendkriminalität, Klimawandel. Alles Blödsinn. Die SP weiss, wo das Volk der Schuh drückt. Wen interessierts überhaupt ob der Typ schwul ist. Ist das neuerdings ein politisches Profil? Oder eine Wahlempfehlung? Danke, aber nein danke!

    • Gretchenfrage am 03.06.2010 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      Vollkommen lächerlicher Kommentar!

      Mehr gibt es zu diesem Statement nicht zu sagen

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