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Arbeitsunfall in Basel
24. November 2009 16:34; Akt: 24.11.2009 17:01 Print
Zwei Stockwerke an der Katastrophe vorbei
Der Schock sitzt tief an der Schanzenstrasse 46 in Basel: Ein Pneukran donnerte am Dienstagmorgen auf das Dach des Gebäudes. Nur zwei Stockwerke weiter unten befanden sich über 100 Kindergärtner und Schüler.
Während die Rettungskräfte auf der Baustelle des neuen Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) die Lage langsam im Griff haben (siehe Infobox), wird klar, wie knapp der Arbeitsunfall vom Dienstagmorgen an einer Katastrophe vorbei ging. Der Ausleger des 70 Tonnen schweren Pneukrans verpasste nur um Meter die Zimmer der «Schule für Brückenangebot» und zweier Kindergärten. «Wir hatten grosses Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist», sagt Hans Georg Singer, Leiter des Basler Erziehungsdepartements gegenüber 20 Minuten Online.
Die Gefahr am Unfallort ist gebannt: Wie die Staatsanwaltschaft Basel mitteilt, geht keine Gefahr mehr vom Restteil des Baukrans aus. Die Rettungskräfte hätten gemeinsam mit einer Spezialfirma die noch verbliebenen Gewichtsausleger entfernt, so dass der Kran nicht mehr umstürzen kann. «Die beiden evakuierten Gebäudeteile des Spitals können ab sofort wieder betreten werden», heisst es in der Medienmitteilung. Freigegeben wurden auch die gesperrten Durchfahrtsstrassen. Die Sperre führte aber zu einem «grossen Chaos». Nebst dem Individualverkehr sei davon auch deröffentliche Verkehr stark betroffen gewesen. Die Lage solle sich aber noch vor dem Feierabendverkehr beruhigen. Der umgekippte Pneukran ist noch nicht geborgen. Die Bergung des 70 Tonnen schweren Krans dürfte gemäss Staatsanwaltschaft die ganze Nacht in Anspruch nehmen.
120 schockierte Kinder
Zum Zeitpunkt des Aufschlags seien mindestens 80 Schüler und rund 40 Kindergärtner im Gebäude gewesen. «Sie haben einen Schock gekriegt, blieben aber unverletzt», sagt Signer. Weniger Glück hatte eine Angestellte des UKBB: Sie befand sich in einem Materialraum auf der Höhe der Aufschlagstelle und wurde verletzt. Sie musste unverzüglich ins Spital gebracht werden, wie die Staatsanwaltschaft Basel mitteilte. Sie sei aber nur leicht verletzt.
Das Gebäude wurde aufgrund der Einsturzgefahr evakuiert, sagt Signer. Die Vorschüler wurden in einen nahe gelegenen Kindergarten gebracht, die Schüler nach Hause geschickt. Für den Rest der Woche erhielten die Schüler frei, sie absolvieren stattdessen ein Praktikum. Ob der Unterricht am Montag wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. «Wir müssen den Bericht über die Statik abwarten», sagt Signer. Sollte das Gebäude weiterhin einsturzgefährdet sein, werde man wohl die Schüler auf andere Schulhäuser verteilen müssen. Der Bericht über die Statik ist für Mittwoch angekündigt.
(amc)


























