BLT

19. März 2010 15:59; Akt: 19.03.2010 16:14 Print

«Tango»-Trams werden komfortabler«Tango»-Trams werden komfortabler

Die Baselland Transport AG reagiert auf Kritik von Kunden an den «Tango»-Trams: Der Fahrgastkomfort im Innenraum soll verbessert werden.

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Kein Ruck beim Bremsen mehr, mehr Sitzplätze und wärmeres Licht bei den Anzeigen: Das Tango-Tram (hier auf Testfahrt in Zürich) soll komfortabler werden. (Bild: Keystone)

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Mit den Verbesserungen reagiert die BLT auf Kritik aus einer Fahrgastumfrage vom Sommer 2009. So wird nun die Sitzplatzzahl im Niederflurbereich der Trams von 59 auf 70 erhöht, dies teils mit Klappsitzen; die Totalzahl der Sitze steigt von 90 auf 101, wie BLT- Verantwortliche am Freitag vor den Medien in Oberwil darlegten.

Andere Sitze...

Neu angeordnet werden zudem die zwölf Sitzplätze über den beiden Drehgestellen. In den bisherigen Vorserienfahrzeugen sitzen sich die Fahrgäste gegenüber, was sehr unbeliebt ist, und die Sitze befinde sich auf einem Podest - neu sitzt man hintereinander, und sechs der Sitze sind bodeneben zugänglich.

Die ebenfalls nicht populären Eineinhalb-Sitze werden mit Einer- Sitzen ersetzt. Der seitliche Abstand zwischen den Sitzen sowie zwischen den Sitzen und der Wand wird um 5 Zentimeter vergrössert. Es gibt mehr Festhaltemöglichkeiten, und bei den Drehgestellen fällt eine störende Bodenunebenheit weg.

...wärmeres Licht

Bei der in der Umfrage als kalt gerügten Beleuchtung wird eine wärmere Lichtfarbe eingesetzt, die energiesparenden LED bleiben indes. Praktisch verschwunden sei auch der störende Ruck beim Anhalten, hiess es; noch am Arbeiten sei man beim Bremslärm, wo demnächst eine neue Bremsscheibe zum Einsatz kommt.

Die Kosten für die Anpassungen sollen zwischen dem Hersteller Stadler Rail und der BLT aufgeteilt werden. Für die BLT werde jedes «Tango»-Tram ungefähr 40 000 Franken teurer, sagte BLT-Chef Andreas Büttiker; dies bei einem Stückpreis pro Tram samt Teuerung von derzeit etwa 4,9 Millionen Franken.

Störungsfreie Testphase

Für die BLT ist Fahrkomfort indes nicht Alles: Dieser sei «ein ganz wichtiges Element», sagte Büttiker. Laut Marktforschungen habe bei öffentlichen Verkehrsbetrieben aber Anderes mehr Einfluss auf die Kundenzufriedenheit, so vor allem Netzqualität und Zuverlässigkeit. Und hier hat das «Tango»-Tram aus BLT-Sicht seine Stärken.

So hätten die vier Vorserienfahrzeuge bisher 275 000 Kilometer zurückgelegt - ohne nennenswerte Störungen: Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit seien sehr hoch. Auf das Zögern der Basler Verkehrs- Betriebe (BVB) bei der «Tango»-Beschaffung wollte Büttiker nicht eingehen, er hob indes weitere Vorzüge des «Tango hervor.

Regulärer Betrieb ab August 2011

So sei das Tram auch unterhaltsarm und schone die Infrastruktur, dies etwa wegen der grossen Räder und luftgefederten Drehgestelle. Die BLT hat im Dezember 15 «Tangos» für 74 Millionen Franken fest bestellt; die BVB, Partner bei dem Geschäft, beschlossen dagegen im Februar eine erneute Kundenbefragung wegen des Inneraumkomforts.

Die BLT will nun innert sechs Monaten beim ersten Vorserientram den Innenraum optimieren; bis Frühling 2011 folgen die drei weiteren. Das erste Tram der Hauptserie soll ab August 2011 in der Region verkehren. Insgesamt hatten BLT und BVB 2006 mit Stadler in Altenrhein SG eine Vorbestellung von 40 «Tangos» vereinbart.

(sda)