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Schwarzwald
02. Februar 2010 13:28; Akt: 02.02.2010 17:28 Print
S-Bahn zu spät - Basler Lokführer verprügelt
Schon als der Schläger in die Regio-S-Bahn einstieg, zeigte er dem Lokführer den Mittelfinger. Richtig los legte er dann an der Endstation. Das Resultat: Ein SBB-Lokführer im Spital. Und alles wegen fünf Minuten Verspätung.

Hier geschah die brutale Tat: Der Bahnhof Zell im Schwarzwald. (Bild: www.chriguseisenbahnseiten.ch)
Die unglaubliche Geschichte nimmt am Montagabend um 20 Uhr seinen Lauf: Der SBB-«Flirt»-Zug der Basler S-Bahn S6 fährt mit fünfminütiger Verspätung in Schopfheim (D) ein. Zu viel für einen dort wartenden Passagier: Er fuchtelt auf dem Perron wie wild mit den Armen und zeigt dem Lokführer den Stinkefinger. Der spätere Täter steigt in die Wiesenthalbahn ein und fährt bis zur Endstation in Zell, wo der Lokführer der SBB-Deutschland den Führerstand wechseln will. So weit kommt es aber nicht: «Der Täter lauerte dem Lokführer in einem der Zugwagen auf und schlug ihm unvermittelt mehrmals die Faust ins Gesicht», sagt Polizeisprecher Thomas Gerbert zu 20 Minuten Online.
Die Wiesentalbahn im Schwarzwald ist Teil des Netzes der Basler Regio-S-Bahn.(Bild: Keystone)
«Ich werde Lokführer totschlagen»
Damit nicht genug: Bevor sich der S-Bahn-Schläger aus dem Staub macht, droht er dem SBB-Mitarbeiter: «Den nächsten verspäteten Lokführer werde ich totschlagen.»
Der Lokführer musste sich im Spital behandeln lassen. «Er erlitt mehrere Gesichtsverletzungen und eine Nasenfraktur», sagt der Polizeisprecher weiter. Ein Sprecher der SBB-Deutschland konnte am Abend allerdings leichte Entwarnung geben. Zumindest die Nase sei nicht gebrochen. Die Fahndung nach dem rund 30-jährigen Täter ist bisher erfolglos verlaufen.
Zwei S-Bahn-Prügler an einem Abend
Rund eine halbe Stunde vor der Attacke auf den SBB-Lokführer hat sich ganz in der Nähe ein ähnlicher Fall abgespielt. «Im Landkreis Emmendingen wurde ebenfalls ein Lokführer von einem aggressiven Fahrgast niedergeschlagen», so Gerbert. Aufgrund der Distanz könne es sich aber nicht um den gleichen Täter handeln.

(am)

























