Studie aus Basel

02. Februar 2010 23:10; Akt: 03.02.2010 07:22 Print

Mit Botox Depressionen wegspritzenMit Botox Depressionen wegspritzen

Alternative zu Medikamenten: UPK-Ärzte testen erstmals Nervengift zur Stimmungsaufhellung. Auch die Lichttherapie boomt in dunklen Monaten

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Botulinumtoxin entspannt nicht nur Gesichtsmuskeln, sondern auch gleich das Gemüt – so die Hypothese einer weltweit einzigartigen Studie der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel. «Wir wollen die Wechselwirkung zwischen Mimik und Stimmung untersuchen», sagt Studienleiter Dr. Axel Wollmer. Er vermutet, dass sich physische und psychische Anspannung gegenseitig aufrechterhalten und verstärken. 30 Probanden wird in einer Doppelblindstudie Botox oder ein Placebo in die Stirn injiziert – dann ist für etwa vier Monate Schluss mit jeglicher Anspannung. Gratis-Glattmacher im Dienste der Wissenschaft also? «Die Studie richtet sich nur an Menschen, die sich mit nicht ausreichendem Erfolg medikamentös gegen Depressionen behandeln lassen», so Wollmer. Rund ein Dutzend Frauen und Männer liessen sich bislang spritzen – weitere Teilnehmer werden gesucht.

Wer weder Spritze noch Medikamente will, kann mit Licht gegen Depressionen vorgehen. Die nebenwirkungsfreie Therapie wird besonders in den Wintermonaten immer beliebter: Die Erfolge der Lichttherapie sind mit 70 Prozent leicht besser als mit Antidepressiva – und sie stellen sich bereits innert wenigen Tagen ein. «Wir erhalten zurzeit zehn Anfragen pro Woche», sagt Christian Cajochen vom Zentrum für Chronobiologie. Aufgrund des steigenden Interesses an der Lichttherapie plant das Zentrum nun eine chronobiologische Sprechstunde mit Behandlungen und Beratungen.

(Lua / dd)