Bern

30. November 2009 23:14; Akt: 01.12.2009 07:16 Print

«Hockey-Droge» Snus erobert die Schulhöfe«Hockey-Droge» Snus erobert die Schulhöfe

von Patrick Marbach - Plötzlich ist er in aller Munde: Snus-Tabak breitet sich über die Hockey-Szene bis in die Schulen aus. Die Berner Klubs schützen nun ihre Junioren.

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Braune Zähne, Nikotinsucht und Mundkrebs: Unbeeindruckt von diesen Begleiterscheinungen klemmen sich Schüler kleine Tabaksäckchen unter die Lippen. «Schon im Oberstufenalter schaffen manche den Ausstieg nicht mehr ohne Unterstützung», bedauert Martin Neuenschwander von der Berner Gesundheit.

Der Snus-Tabak wurde hauptsächlich von schwedischen Hockeyspielern in die Schweiz gebracht – rund zwei Tonnen jährlich. Doch seit dem letzten Jahr schnellte der Import auf zwölf Tonnen hoch. Und obwohl der Handel mit Snus verboten ist, dürfen Erwachsene bis zu 1,2 Kilo jährlich für den Eigengebrauch einführen. Nach wie vor machen Hockeystars von diesem Recht Gebrauch, obwohl sie sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind. «Ein Verbot wäre ein Eingriff in die Privatsphäre», erklärt Christian Weber, Headcoach der SCL Tigers, gegenüber der «Wochen-Zeitung für das Emmental und Entlebuch».

Ganz anders tönt es bei den Unihockey-Tigers. Den Junioren drohen bei Snus-Gebrauch Spielsperren, wer dreimal erwischt wird, fliegt raus. Auch die SCB-Junioren sind vorgewarnt: «Wir haben ihnen schreckliche Bilder von Mundkrebs gezeigt», sagt SCB-Future-Geschäftsführer Marc Weber. Zudem gelte für die Nachwuchsspieler im Stadion und soweit sie unter der Obhut des SCB seien ein absolutes Snus-Verbot.