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Hinweise auf ein Blutbad
20. November 2008 11:16; Akt: 21.11.2008 16:31 Print
Nach Amokdrohung: Zwei Schüler abgeführt
Wegen eines möglichen Amoklaufs hat die Antiterror-Einheit «Enzian» die Berner Berufsschule abgeriegelt. In zwei Telefonanrufen an die Polizei wurde ein Blutbad angedroht. Die Einheitskräfte filzten alle Schüler und sollen bereits zwei Verdächtige abgeführt haben.
Gemäss Medienberichten sollen bereits zwei Schüler mit Kapuzenpullis abgeführt worden sein, während Regierungsstatthalterin Mader die Medien informierte. Die Polizei kann dies noch nicht bestätigen.
(Bild: Mobile Reporter)

Nicht die erste Bombendrohung
Am 26. März 2007 gab es schon einmal eine Drohung am an der Gewerblich-industriellen Berufsschule Bern. Die Suche nach einem möglichen Sprengkörper dauerte damals mehrere Stunden und blieb erfolglos. Die Bombendrohung war damals um 14 Uhr 30 anonym eingegangen. Die Schulleitung brachte in Folge die rund 200 anwesenden Schüler und die Lehrerschaft sofort in Sicherheit, wie die Polizei damals mitteilte. Die Polizei fand keine Bombe. Die Täterschaft wurde nicht ausfindig gemacht.
Gemäss Informationen der Polizei sieht das Strafgesetzbuch für Bombendrohungen eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre oder eine Busse vor.
Die Einsatzkräfte haben das Gebäude der Berufsschule an der Lorrainestrasse in Bern mittlerweile evakuiert und filzten dabei jeden einzelnen Schüler, der sich noch im Schulhaus aufhielt. Rund um das Gebäude stand die Antiterroreinheit «Enzian» mit Scharfschützen in Vollmontur bereit.
«Brutal» von der Polizei gefilzt
Die eingeschlossenen, die die Schule mittlerweile verlassen konnten, atmen auf: «Endlich draussen», sagt ein Berufsschüler gegenüber 20 Minuten Online. Die Polizei habe sie «brutal» gefilzt. Wonach sie suchen, haben die Einsatzkräfte aber nicht gesagt. «Sie haben aber jeden einzelnen Gegenstand in meinem Rucksack überprüft», so der Berufsschüler.
Der Polizeieinsatz begann, als bei der Polizei Hinweise auf ein Blutbad eingingen: Bei der Aktion gehe es darum, «ein Delikt gegen Leib und Leben» zu verhindern, teilte die Kantonspolizei Bern mit. Zwischen 9.20 Uhr und 10 Uhr seien zwei Hinweise auf ein mögliches Blutbad eingegangen. Die Polizei will alle Schülerinnen und Schüler, die sich noch im Gebäude befinden, kontrollieren.
Regierungsstatthalterin Regula Mader befindet sich vor Ort. «Von den Massnahmen betroffen sind rund 1200 Schülerinnen und Schüler sowie mehrere Dutzend Lehrkräfte», sagt sie gegenüber den Medien. Aus polizeitaktischen Gründen will Mader keine weiteren Angaben zum Inhalt der Drohungen machen. Vor Ort sind inzwischen auch Feuerwehr und Sanität.
«Amok- oder Bombendrohung?»
«Wir waren gerade in der Pause, als ein Lehrer schwitzend und schnaufend zu uns kam und uns aufforderte, in das Schulzimmer zu gehen und dort zu bleiben», sagt einer der eingeschlossenen Schüler gegenüber 20 Minuten Online. «Wieso, haben die Lehrer uns nicht gesagt, aber wir denken es ist ein Amoklauf oder eine Bombendrohung.»
«Es handelt sich um eine ernste Sache», sagte der Rektor einem Schüler, als er ihn in seine Klasse zurückschickte.
Grossaufgebot an Ambulanzen
Ein weiterer eingeschlossener Schüler hat sich bei 20 Minuten Online gemeldet. Der Stand um ca. 11.55 Uhr: «Der Schulleiter hat uns gerade erklärt, dass wir frühestens um 12.30 Uhr das Schulhaus verlassen können. Im Haus befinden sich auch Polizisten. Vor dem Schulhaus sind inzwischen mindestens drei Ambulanzen vorgefahren.»
Widersprüchliche Anweisungen
Erst hatten die Polizisten die Weisung durchgegeben, die Schüler sollten im Gebäude bleiben. Dann hiess es, alle sollten die Schule verlassen. Das ist offensichtlich nicht geschehen. Nach wie vor sind zahlreiche Schüler an den Fenstern zu sehen.
20 Minuten Online/amc/voi/am/ann

























