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Ex-Koch
05. Januar 2010 23:15; Akt: 06.01.2010 14:29 Print
«Ich verdiene mein Geld mit Ladendiebstählen»
von Bigna Silberschmidt - Das Getümmel im Ausverkauf ist für den Berner Ex-Koch und Profi- Ladendieb Andreas L.* (28) ideal: An Spitzentagen stiehlt er Waren im Wert von bis zu 600 Franken.
Wie oft stehlen Sie?
Seit vier Jahren täglich. Ich finanziere mir damit meine Drogensucht, die mich sehr viel Geld kostet. Die Sozialhilfe reicht dafür nicht aus.
Langfinger schlagen gern im Ausverkauf zu.
Diebe lieben den Ausverkaufsrummel
«Der Ausverkauf ist für Ladendiebe wie zweite Weihnachten», sagt Privatdetektiv Pavel Müller. Die Langfinger würden in den Massen der Schnäppchenjäger besonders oft zuschlagen, weil sie sich weniger beobachtet fühlen. Den Läden ist das Problem aber bestens bekannt: «An Tagen mit grosser Frequenz schauen wir den Leuten stärker auf die Finger», sagt Loeb-Mediensprecherin Madeleine Elmer. Auch in anderen Berner Geschäften ist man für die Ausverkaufszeit vorbereitet. «Wir verschärfen dann die Sicherheitsvorkehrungen», sagt etwa ein Mitarbeiter des Interdiscount im Wankdorf-Center.
Was stecken Sie ein?
Querbeet von Parfüms über Elektrogeräte bis hin zu Markenkleidern. Meine wertvollste Beute war eine Playstation 3.
Was machen Sie damit?
Ich verkaufe sie vor der Drogenanlaufstelle. Es gibt Leute, die extra für diese Schnäppchen dort hinkommen – nicht nur Drögeler.
Wie viel «verdienen» Sie dabei?
An einem guten Tag klaue ich Ware im Wert von 500 bis 600 Franken. Dies kommt aber nicht mehr so häufig vor, da ich mittlerweile in vielen Geschäften der Stadt Hausverbot habe.
Sie wurden also schon oft erwischt.
Ja, immer wieder. Ich war bereits zehn Monate in einer Strafanstalt, weil ich die vielen Bussgelder nicht bezahlen konnte. Ziemlich sicher muss ich bald wieder dorthin.
Macht Ihnen das keine Angst?
Nein, da bin ich ziemlich abgestumpft. Abgesehen davon ist das Leben dort nicht schlechter als mein Alltag mit dem ständigen Druck zum Klauen.
Nicht mal Securitys schrecken Sie ab?
Doch, die noch am ehesten. Aber nur wegen ihrem Umgang. Privatdetektive sind viel angenehmer.
*Name der Redaktion bekannt


























