13. November 2007 18:18; Akt: 14.11.2007 13:47 Print

Sexskandal beim FC Thun: Verdacht bestätigtSexskandal beim FC Thun: Verdacht bestätigt

In der Affäre um sexuelle Handlungen von Fussballspielern des FC Thun und von weiteren Männern mit einer Minderjährigen hat sich der Verdacht erhärtet. Inzwischen sind alle 21 Festgenommenen wieder auf freiem Fuss.

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Dies gab die Berner Kantonspolizei am Dienstagabend bekannt. Der Verdacht der sexuellen Handlungen mit dem Mädchen habe sich nach den Befragungen erhärtet, heisst es in der Mitteilung. Eigentliche Geständnisse lägen aber nicht vor, wie Polizeisprecher Jürg Mosimann auf Anfrage präzisierte.

Es dürfe davon ausgegangen werden, dass die sexuellen Handlungen grösstenteils im Einverständnis des Mädchens verübt worden seien. Dies allerdings zu einem Zeitpunkt, als das Mädchen noch 15 Jahre alt gewesen sei. Gegen die Mehrheit der Personen werde deshalb ein Strafverfahren eröffnet werden.

Die Untersuchungsbehörden gehen davon aus, dass die Angehaltenen seit Beginn dieses Jahres mit dem minderjährigen Mädchen Kontakt gehabt hatten. Dabei soll es in unterschiedlicher Form zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Aktiv waren die Behörden Mitte September nach einem Hinweis «aus dem Umfeld von involvierten Personen» geworden. Die heute 16-Jährige wird derzeit betreut.

In der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens sagte Mosimann, die Behörden hätten die Ermittlungen von sich aus aufgenommen, weil sie sofort gesehen hätten, dass es wahrscheinlich um ein Offizialdelikt gehe. Über das Mädchen sagte er, es stamme «irgendwie aus der Fanszene des FC Thun».

Handlungen gegen die sexuelle Integrität sind gemäss Strafgesetzbuch strafbar und werden von Amtes wegen verfolgt, wenn sie mit einem Kind unter 16 Jahren vorgenommen werden und der Altersunterschied zwischen den Beteiligten mehr als drei Jahre beträgt.

Keine Namen

Neben den 12 Fussballern wurden 9 weitere Männer vorübergehend festgenommen. Gegen die Mehrheit von ihnen werde ein Strafverfahren eingeleitet, schrieben die Untersuchungsbehörden.

Von Strafverfahren betroffen sind laut Mosimann derzeit aktive Spieler der ersten Mannschaft des FC Thun, ehemalige Angehörige der ersten Mannschaft sowie Aussenstehende. Wie viele derzeit Aktive betroffen sind, konnte er nicht sagen.

Im Westscheizer Fernsehen TSR sagte der Sportpsychologe Mattia Piffaretti, sexueller Missbrauch im Sport sei ein Tabuthema. Auch wenn der Sport ein Spiegel der Gesellschaft sei, gebe es doch Umstände, die Ausbrüche dieser Art begünstigten. Deshalb sei die Prävention in der Sportszene wichtig.

Quelle: SDA/AP