Drama im Bärenpark

24. November 2009 14:55; Akt: 24.11.2009 15:54 Print

«Bären sind hart im Nehmen»«Bären sind hart im Nehmen»

Finn steht wieder auf den Beinen und befindet sich nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Dies kommt nicht von ungefähr: Bären haben eine grosse Fähigkeit zur Selbstheilung. Trotzdem droht dem Tier eine risikoreiche Operation.

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Gute Nachrichten aus dem Bärenpark: Finn habe eine ruhige Nacht verbracht und gut geschlafen, teilte Tierparkdirektor Bernd Schilger am Mittag mit. «Bei der Fütterung ist der Bär schnell aufgestanden und hat gut gefressen.» Finn habe Äpfel, Melonen, «Zopf» und Fisch zu sich genommen und behalten können. Er sei auch wieder deutlich aktiver und bewege sich schneller als gestern.

Braunbären sind schusshart

Ob der angeschossene Bär wirklich über dem Berg ist, bleibt aber unklar. Denn Wildtiere liessen sich gegen aussen so wenig Schmerz wie möglich anmerken, erklärt Schildger gegenüber 20 Minuten Online. «Darum ist es nicht klar ersichtlich, wie gut es ihm wirklich geht.» Er werde rund um die Uhr überwacht, die Tierpfleger schlafen teilweise gar im Bärenstall. Schildger sieht dem weiteren Heilungsverlauf zuversichtlich entgegen. «Bärenstark» ist offenbar mehr als eine Floskel: «Wildtiere können sehr viel aushalten und haben grosse Fähigkeiten zur Selbstheilung.»

Diesen Umstand bestätigt Marcus Clauss, Leiter Zootiere des Tierspital Zürich: «Speziell Bären sind sehr hart im Nehmen.» Es gebe viele Erzählungen von Jägern, die unzählige Male auf einen Bären schiessen, bevor dieser stirbt.

Operationstisch steht bereit

Finns Abwehrkräfte in Ehren: Es ist derzeit nicht auszuschliessen, dass er unters Messer muss. «Für allfällige operative Massnahmen stehen wir in engem Kontakt mit dem Tierspital Bern», erklärt Schildger weiter. Nicht ohne Grund zögern die Bären-Ärzte mit einem chirurgischen Eingriff: Einerseits ist nicht klar, ob die Stoppmunition-Partikel überhaupt aus Finns Brust herausoperiert werden könnten. Zudem sind die Kräfte des angeschossenen Bären noch sehr begrenzt. Auch bei einem gesunden Tier wäre ein Eingriff heikel. «Die Narkose und Operation bedeuten einen riesengrossen Stress für das Wildtier.» Besonders die erste Betäubung sei äusserst heikel, da sie mittels Betäubungsgewehr durchgeführt werden müsse und so die Dosierung schwierig sei, sagt Clauss.

Finn kriegt haufenweise Honig

Die ganze Schweiz hofft, dass Finn bald wieder im Bärenpark herumtollen kann. Viele Leute fragen sich aber, ob der Bär sich nach dem Schuss jemals wieder aus seiner Höhle wagen wird. Hierbei gibt Schildger Entwarnung: «Aus Bärensicht ist Finn bloss verletzt aus einem Revierkampf gegangen. Das ist für Wildtiere nichts Ungewöhnliches.» Er werde kaum einen psychischen Knacks aus dem für Menschen dramatischen Vorfall davontragen.

Beim Bärenpark gehen nach wie vor hunderte Grusskarten und Honiggläser für Finn ein. Finn kommt auch tatsächlich in den Genuss des für ihn bestimmten Honigs. «Bei uns gilt: Alles, was ihm schmeckt, kriegt er auch», so Schildger. So mische man etwa die Medikamente unter den Honig, um sie dem Bären schmackhaft zu machen.

Opfer liegt noch im Spital

Währenddessen liegt das geistig behinderte Opfer der Bärenattacke immer noch im Spital. Nähere Angaben konnte Polizeisprecher Franz Märki aus Persönlichkeitsschutz nicht machen. Bei der Polizei haben sich viele Zeugen gemeldet, welche den Unfallhergang beobachtet haben. Erst wenn die Befragungen abgeschlossen sind, will die Polizei genauer informieren.

(am/ann/meo/sda)

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  • C.Hitz am 10.12.2009 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Tier

    Immer sind es die Tiere die falsch zu handeln scheinen, obschon sie seit Jahrtausenden immer gleich handeln, nämlich nach ihrem Instinkt...Wir Menschen hingegen handeln mit unserem Verstand...wenn jedoch jemand nicht weiss, dass es gefährlich ist, zu einem Bären ins Gehege zu springen, um einen Plastiksack zu holen, ist sein Verstand soweit eingeschränkt, dass diese Person eine Aufsicht Benötigt....aber es sind ja immer die bösen Tiere schuld, wenn das Hirn des ach so unschuldigen Menschen ausschaltet..obwohl wir eigentlich die mit Verstand sein sollten!!! Doch dies ist fragwürdig..immer mehr!

  • Tom am 29.11.2009 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Ich schäme mich für die Schweiz in der Tierschützer Behinderte und Polizisten bedrohen. PS: Manstop erfüllt ziemlich genaue Kriterien: kontrolliertes aufpilzen auf Kalibergrösse um die Schussenergie im Angreifer abzugeben und Durchschüsse zu vermeiden. Die Gleichsetzung mi Hohlspitz / Dum-Dum ist eine Erfindung der Linken lieb zum Dieb Liga. Die wollen lieber auf die Polizei schimpfen wenn es dritte getroffen hat.

    • Alya am 30.11.2009 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      Selber Schuld...

      Und der Bär ist nichts wert? Wenn jemand so bescheuert ist, in ein Bärengehege zu springen, dann hat derjenide es kaum besser verdient... (Schlimm genug, dass es Bärengehege gibt!) Und wenn, wie betont, das "Opfer" geistig behindert war, dann sind dessen Angehörige Schuld, die ihn da hineinhüpfen ließen... Bären sind Raubtiere, dem Menschen überlegen. Guten Morgen Realität!

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  • E.Bähler am 29.11.2009 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bären gehören in die Natur !

    Und nicht als Schau in einem Stadt ! Wo ist die Freiheit des Tieres ? - Der Mann ist nicht schuldig - Der Polizist ist nicht schuldig - Der Initiator der Idee ( und Bärenpark in der Stadt als unsicheres Objekt für ein Wildtier ) einen Bär in die Stadt zu bringen als Schauobjekt ist schuldig !