Aargau

02. September 2008 12:03; Akt: 02.09.2008 12:08 Print

Kindergarten wird abgeschafftKindergarten wird abgeschafft

Der Aargauer Grosse Rat hat das Schulgesetz zur Eingangsstufe in erster Lesung zu Ende beraten. Der bisherige Kindergarten wird abgeschafft und in allen Gemeinden soll der integrative Schulunterricht eingeführt werden.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Anträge der Fraktion SVP und FDP, die Kompetenz zur Einführung des integrativen Schulunterrichts wie bisher bei den Gemeinden zu belassen, scheiterten mit 76 gegen 59 Stimmen. Die FDP bezeichnete die Unterrichtsform als «sozialromantische Idee».

Für die flächendeckende Einführung stark machten sich SP und CVP. Das soziale Lernen werde begünstigt, sagte eine CVP- Sprecherin. Es gehe um «gleiche Chancen für alle». Bildungsdirektor Rainer Huber betonte, bereits 150 Schulen würden integrativen Unterricht anbieten.

Kinder mit Lernschwierigkeiten und sozial Auffällige sollen mit heilpägogischer Unterstützung in Regelklassen gefördert werden. Dies sind zentrale Eckpfeiler des Reformprojektes «Bildungskleeblatt».

Die Mehrheit des Grossen Rates bestätigte auch das sogenannte Team-Teaching. Der Unterricht einer Abteilung soll in der Regel von zwei Lehrpersonen erteilt werden. Dies bedeutet eine Abkehr vom bisherigen Klassenlehrersystem.

Kindergarten wird abgeschafft

Bereits vergangene Woche hatte der Grosse Rat bei der Beratung der Eingangsstufe als Teil der Reform der Volksschule beschlossen, den bisherigen Kindergarten abzuschaffen. Gegen den Antrag der SVP strich das Parlament den Begriff «Kindergarten» aus der Kantonsverfassung.

Der Unterricht in der Eingangsstufe soll für alle Kinder während drei oder vier Jahren stattfinden. Bisherige Einschulungs- und Kleinklassen werden aufgelöst. Das Lehren und Lernen richtet sich nach dem Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler.

(sda)