Was darf Kunst?

03. September 2008 21:17; Akt: 03.09.2008 21:17 Print

«Minarett» in Langenthal bleibt«Minarett» in Langenthal bleibt

Das temporäre Minarett bleibt bis zum Ende der Ausstellung «Average» auf dem Dach des Kunsthauses Langenthal. Dies hat der Gemeinderat entschieden. Die Installation von Gianni Motti hatte Reklamationen ausgelöst.

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(Bild: Keystone)

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Der Gemeinderat habe an seiner Sitzung vom Mittwoch die Frage diskutiert, ob die Installation des italienischen Künstlers auf dem Dach der Kunsthauses bleiben dürfe.

Dabei sei es im Wesentlichen um die Frage gegangen, was sich Kunst im öffentlichen Raum erlauben dürfe, sagte Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) auf Anfrage. Dies sei auch für künftige Kunstprojekte von Belang.

Ärger über Kommunikation

«Der Gemeinderat wollte der Minarett-Diskussion nicht zusätzlich Vorschub leisten», so Rufener. Denn auch mit dem hängigen Baugesuch für das Minarett der islamischen Gesellschaft habe dieser Wirbel um das Kunstobjekt nichts zu tun.

In erster Linie habe es ihn geärgert, dass er erst kurz vor der Vernissage von dieser Minarett-Installation erfahren habe, sagte Rufener weiter. Der Kunstverein habe die «Medienwirksamkeit» über eine offene Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat gestellt und die Diskussion bewusst provoziert.

Durchschnitt als Thema

Das Minarett ist Teil der Ausstellung «Average», die sich in der typischen Durchschnittsstadt Langenthal mit der Frage befasst, was es bedeutet, durchschnittlich zu sein. 15 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland untersuchen darin Alltag, Norm und Mittelmass. Die Ausstellung läuft vom 4. September bis am 2. November.

(sda)