04. Oktober 2007 12:32; Akt: 04.10.2007 12:59 Print

SVP-Video: Versöhnung vor den WahlenSVP-Video: Versöhnung vor den Wahlen

Die SVP benutzte Jugendliche für ihr Wahlkampfvideo. Die Protagonisten im Clip sind vom Regisseur unter falschen Angaben zu den Aufnahmen gelockt worden. Diese leiteten rechtliche Schritte ein. Nun haben sich beide Parteien plötzlich wieder lieb.

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Der Ärger war gross, als sich die Jugendlichen Ende August plötzlich auf einem Wahlkampfvideo der SVP erkannten. Der Film «Himmel und Hölle» sei ohne ihr Wissen entstanden, ärgerten sich die Mitglieder der Bieler Hip-Hop-Gruppe «Capsule Corporation». Sie wurden bei den Dreharbeiten mit Fehlinformationen abgespeist. Auf dem Video sind sie als Drogendealer und prügelnde Gang zu sehen.

Ueli Maurer: «Die Jugendlichen sind naiv»

In die Diskussionen schaltete sich auch Ueli Maurer ein. Er meinte: «Die Jugendlichen sind ein wenig naiv, wenn sie solche Szenen nachstellen und das Gefühl haben, sie würden gerühmt», sagte der SVP-Präsident: «Sie hätten fragen müssen, wofür das Video ist».

Superprovisorische Verfügung

Die Jugendlichen sahen das anders. Sie nahmen sich eine Anwältin. Diese erreichte vor dem Kreisgericht Biel-Nidau eine superprovisorische Verfügung, die SVP musste das Video umgehend vom Netz nehmen. Das Verfahren lief jedoch weiter. Doch nun meldet Anwältin Anna Hofer: «Wir konnten mit der SVP eine Einigung erzielen.» Die Vergleichsverhandlungen mit der SVP seien erfolgreich verlaufen und sollten in den nächsten Tagen unterzeichnet werden, so Hofer gegenüber 20minuten.ch. Das laufende Verfahren wurde sistiert.

Wer hats gewünscht?

Damit zieht die SVP vor den Wahlen den Kopf aus der Schlinge. Laut Hofer wollte die SVP vor den eidgenössischen Wahlen vom 21. Oktober keine Negativschlagzeilen riskieren. Die Volkspartei habe die Sistierung gewünscht. Das lässt SVP-Anwalt Nicolas von Werdt nicht gelten: «Wir haben das gemeinsam vereinbart, um bei der Ausarbeitung des Vergleichs nicht unter Zeitdruck zu stehen», sagte er gegenüber der Berner Zeitung.

In einem anderen Punkt sind sich beide Parteien einig: Über den Wortlaut des Vergleichs wurde Stillschweigen vereinbart.

(meg)