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Bern
27. April 2010 23:08; Akt: 28.04.2010 00:45 Print
Bernmobil verweigert Gay-Kampagne
von Fabienne Wittwer - Ohrfeige für Schwule und Lesben: Plakate, die auf Arabisch, Türkisch und Albanisch für Toleranz gegenüber Homosexuellen werben, sind in Berner Trams und Bussen unerwünscht.

In den Berner Trams werden solche Plakate nicht zu sehen sein. (Fotos: A. Meocci)
«Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?» Mit solchen Sprüchen unter anderem auf Türkisch, Arabisch oder Albanisch wollten die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB) bei Migranten für Toleranz werben. Pünktlich zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai sollten entsprechende Plakate flächendeckend im Berner ÖV hängen. Doch die Gays haben die Rechnung ohne Bernmobil gemacht: «Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen», sagt Mediensprecherin Annegret Hewlett.
«Eine faule Ausrede», empört sich der bisexuelle SVP-Grossrat Thomas Fuchs. «Bernmobil hat doch bloss Angst vor aggressiven Reaktionen und kuscht deshalb vor den Ausländern.» Auch die Schwulenorganisation Pink Cross hält von der Bernmobil-Entscheidung wenig: «Das ist alles andere als weltstädtisch», sagt Geschäftsleiter Uwe Splittdorf. Enttäuscht zeigt man sich auch bei den HAB: «Wir verstehen nicht, warum Bernmobil hier keinen Mut zeigt», sagt Präsident Christoph Janser. In den Zügen von RBS und BLS dürften die Plakate schliesslich auch aufgehängt werden. «Wir finden die Kampagne überhaupt nicht provokativ», so BLS-Sprecher Rolf Grossenbacher.
Die Gays sind nicht als Einzige unerwünscht: 2009 lehnte Bernmobil Plakate der Organisation Freidenker ab, weil man keine Werbung mit religiösem Inhalt dulde (20 Minuten berichtete).
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Alle 85 Kommentare






























Extrawurst...?
Mensch, wie es mir zum Hals raushängt, dass Menschen nicht zwischen "Extrawurst" und "Gleichberechtigung" unterscheiden können... danke an alle Heteros, Weisse, Männer und andere privilegierten Mehrheiten, die das begriffen haben. :)
Bernmobil verweigert Kampagne
Ich verstehe die Argumentation von Bernmobil nicht. Die Texte sind zwar in Fremdsprache geschrieben, die deutsche Uebersetzung folgt. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen das Ganze noch einmal überlegen.
Kopfschütteln
Mein Sohn ist schwul. Als Mutter schüttle ich nur den Kopf. Anstatt darauf aufmerksam zu machen, dass wir Menschen alle verschieden sind, verschliesst sich Bernmobil dieser Tatsache. Eine bekannte Schriftstellerin sagte in einem ihrer Bücher:"Niemand ist freiwillig homosexuell". Wir wissen alle, dass es Länder gibt, in denen sich diese Menschen verleugnen müssen, weil ihnen sonst Strafe oder sogar der Tod droht. An unserer durfte ich Schwulenplakate aufhängen, damit sich Jugendliche damit auseinandersetzen können. Fortschritliche Schule, rückschrittliches Bernmobil.