Brutale Ausbeutung

16. Mai 2009 23:30; Akt: 17.05.2009 20:26 Print

Bettelmafia schickt auch Kinder auf die StrassenBettelmafia schickt auch Kinder auf die Strassen

von Patrick Marbach - Organisierte Banden missbrauchen Kinder und Behinderte als Bettelsklaven in Bern. Trotzdem sträubt sich der Stadtpräsident gegen ein Verbot.

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Bettler in Bern sind oft organisiert und werden teils offenbar brutal ausgebeutet. (Bild: Keystone)

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In Scharen werden die Bettler am Morgen aus dem Ausland nach Bern gekarrt und am Abend zurück in ihre Camps gebracht. Manche lösen bei den Schleppern für diesen Service, zu dem auch ein Stadtplan mit den lohnendsten Standorten gehört, eine «Tageskarte» für 200 Franken.

Schlimmer ergeht es den Bettelsklaven, die ihre Einnahmen von bis zu 500 Franken pro Tag ganz den Bandenchefs abliefern müssen. Gegenüber der «SonntagsZeitung» kommentiert Alexander Ott von der Fremdenpolizei die Ermittlungsergebnisse: «Die organisierten Bettelbanden setzen gezielt Kinder und Behinderte ein und nutzen so ein Abhängigkeitsverhältnis, aus dem es häufig kein Entrinnen gibt.»

Angesichts dieser Zustände hat das Bundesamt für Polizei die Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden verstärkt. Und der Berner Polizeidirektor Reto Nause (CVP) fordert erneut ein Bettelverbot für die ganze Stadt.

Doch bei der rot-grünen Regierungsmehrheit stösst er damit auf taube Ohren: «Ich sehe keinen Anlass für ein flächen­deckendes Verbot», sagt Stapi Alexander Tschäppät. Die Erkenntnisse der Polizei seien nicht neu und die Rechtsmittel reichten völlig aus, um das Problem zu lösen.