Eröffnung Bärenpark

23. Oktober 2009 12:37; Akt: 23.10.2009 14:02 Print

Als die Berner Bären  im Kochtopf landetenAls die Berner Bären im Kochtopf landeten

von Adrian Müller - Am Sonntag wird der Berner Bärenpark mit einem Volksfest der Bevölkerung übergeben. Vor nicht allzu langer Zeit landeten überzählige Bärchen aber noch auf dem Teller der Politelite. Der frühere Bärenwärter schildert, wie den Jungbären der Garaus gemacht wurde.

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Bis Mitte der 1980er-Jahre landeten überzählige Jungbären auf den Tellern der Politelite. Das Bild zeigt, wie viele Bärlis sich 1972 im engen Graben tummelten. Nicht im Kochtopf, sondern in der Quarantäne Bärengraben landeten Mischa und Mascha, ein Geschenk des russischen Staatspräsidenten Medwedew. Sie sind im Oktober 2009 in den Tierpark gezügelt. Jetzt wohnen die Berner Bären Finn und Björk im 24 Millionen Franken teuren Luxusquartier Bärenpark. Seit wenigen Tagen können sich Björk und Finn am Aarehang austoben. Stadtpräsident Alexander Tschäppät (rechts)übte sich anlässlich der Bärenpark-Einweihungszeremonie vom 22. Oktober 2009 als Bärenwärter. Blick von der Nydeggbrücke auf das neue Berner Wahrzeichen. Prunkstück des Parks ist das 100 Meter lange Schwimmbecken, welches durch Aarewasser gespiesen wird. Die Passanten können die Bären neu auch von dem Fussweg an der Aare aus beobachten. Hier macht es sich der Tierparkdirektor auf dem Liegestuhl gemütlich. Der Bärengraben, wie ihn die Leute kennen: Die Bären machen Kapriolen, um möglichst viel Futter zu ergattern. Besonders im Winter gab der Graben ein tristes Bild ab. Tierschützter forderten schon seit den 1980er-Jahren, die Bären aus dem Loch zu holen. Der Bärengraben wurde vor gut 150 Jahren an seinem jetzigen Standort erbaut. Schon um 1900 diente der Bärengraben als Postkarten-Sujet. Bis 1857 hausten die Berner Bären im Hirschengraben. Bärenwärter Emil Hänni sorgte sich 27 Jahre um das Wohl der Berner Bären. Bis Mitte der 1980er-Jahren landeten sie aber auch auf den Restauranttellern. "Es tat mir extrem weh, wenn Bären abgeschossen wurden." Bärenmutter Selma, brachte im Winter 1993 Drillinge zur Welt. Gemeinderätin Barbara Hayoz beim Spatenstich für den Bärenpark. Sie hätte wohl nie gedacht, dass der Park 24 anstatt wie budgetiert 10 Millionen kostet wird.

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Vom grauen Graben ins Paradies: Den Bären fehlt es im neuen Berner Bärenpark an nichts. Das Highlight des 6000 Quadratmeter grossen Geheges ist das 100 Meter lange Bären-Schwimmbecken: Finn und Björk können zwischen Schatten spendenden Bäumen in der Aare planschen und Fische jagen.

In der Nacht kam der Bären-Killer

Fortan dient der altehrwürdige Bärengraben nur noch als Rückzugsgebiet für «Meister Petz». Noch in den 1980er-Jahren herrschten dort unglaubliche Zustände. 1984 mussten sich sage und schreibe 24 Bären, davon 9 Jungtiere, die 12 unterirdischen Stallungen sowie den grossen und den kleinen Bärengraben teilen. «Die Bären mussten sogar in den Gängen schlafen», erzählt Emil Hänni, Bärenwärter von 1976 bis 2003. Nicht wegen der engen Verhältnisse, sondern wegen Futterneid habe es immer wieder Krach zwischen den Tiere gegeben. Die Bären durften pro Tag nur wenige Stunden an die frische Luft. Um Platz zu schaffen, musste man die überzähligen Tiere töten. Dies brach Bärenwärter Hänni das Herz: «Ein Wildhüter schoss die Tiere jeweils um vier Uhr morgens im Graben ab», erinnert er sich. Später seien sie dann im Stall getötet worden. «Das hat mir so weh getan, dass man mit mir drei Tage vor und nach dem Abschuss nicht mehr reden konnte», sagt Hänni.

Als die Politgarde die Bären verspeiste

Die Tiere landeten nicht etwa auf einer Kadaverstelle, sondern im Kochtopf verschiedener Altstadt-Beizen, etwa dem «Klötzlikeller» oder der «Zunft zur Weberen» . «Die politische Garde traf sich regelmässig im erlauchten Kreis, um die Bären zu verspeisen», weiss Heinz W. Müller, früherer Stadtredaktor des «Bund.» So wurde etwa anlässlich des Zibelemärits oder für Weihnachtsessen in den rustikalen Beizen Bärenpfeffer aufgetischt. Auch Wärter Hänni hat schon Bärenfleisch verspeist. «Aber nie von meinen Tieren», betont er. Bärenschinken schmecke eingentlich ganz gut - wie normaler Trockenschinken. Mitte der 1980er-Jahren liess die Berner Stadtregierung den Handel mit Bärenfleisch - zum Wohlwollen der Tierschützer und von Bärenwärter Hänni - einstellen.

«Bärengraben war keine Tierquälerei»

Hänni hat die Entstehung des Bärenparks mitverfolgt: Er sei froh für die Bären, dass sie endlich so viel Platz haben. Der ehemalige Bärenwärter will aber nicht in den Tenor der Bevölkerung einstimmen, welche den alten Bärengraben immer als Ort der Tierquälerei abgetan hat. «Die Bären fühlten sich im Bärengraben nicht unglücklich. Die Leute sind einfach empfindlicher geworden», bilanziert Hänni.


Blick auf den sich damals noch im Bau befindlichen Bärenpark:


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  • Leila am 26.11.2009 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlicher....

    Esse seit 20 Jahren kein Fleisch... weil es mir nie geschmeckt hat, ich vermisse es auch nicht. Ich habe grösstes Mitgefühl, dem Tierleid gegenüber, seien es Zoo, Zirkus, sogenannte Nutztiere, ausgesetzte Tiere etc. ! Trotzdem - ist es wirklich ethischer Bären zu töten und in der Kadaverstelle zu entsorgen als das Fleisch zu essen? Tierliebe fängt doch viel früher an!!!

  • Meli am 25.11.2009 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Gräueltaten am Tier

    Grauenhaft wie Menschen mit Tieren umgehen! Wann begreift Mensch endlich das Tiere auch eine Seele haben. Das sie Trauer und Freude empfinden, sowie Angst und Schmerzen und noch vieles mehr als wir je fähig wären. Tiere träumen sogar beim schlafen! Sie sind gar nich viel anders wie wir! Nur wir Menschen führen uns auf als wären wir die Erhabensten, intelligentesten und überhaupt. Und wo bitte sind die Pelze der Bären gelandet, lassen sie mich raten?! Alls Pelzmantel der Politgarde...

  • derholgi am 22.11.2009 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss nicht Alles essen

    Wieso meinen hier viele das man Tiere, nur weil sie da sind, auch essen muss? Und wieso werden die Bären in Bern eingesperrt, als das man sie in die Natur entlässt? Es wird Zeit das die Specie Mensch von der Natur von dieser Weltkugel runter geschmissen wird. BTW: Vegetarier leben gesünder und länger.