18. September 2007 22:24; Akt: 18.09.2007 21:27 Print

Freie Fahrt für Mittellose in Tram und Bus gefordertFreie Fahrt für Mittellose in Tram und Bus gefordert

Linke Stadträte wollen, dass mittellose Berner in Zukunft gratis Bus und Tram fahren dürfen. Dass dadurch der ÖV zum Wohnzimmer der Randständigen würde, befürchten hingegen Bürgerliche.

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«Dass Armutsbetroffene die gleichen Preise für Bus und Tram bezahlen müssen wie Gutverdienende, ist unfair», bemängelt der Berner Stadtrat Rolf Zbinden (PdA) in einem politischen Vorstoss. Deshalb verlangt der linke Politiker die Einführung einer Mobilitätslegi. Damit sollen unter anderem Sozialhilfeempfänger und Obdachlose künftig auf dem ganzen Bernmobilnetz gratis herumkurven dürfen.

Kein grünes Licht erhält die Idee von Seiten der Bürgerlichen: «Fahrtkosten sind bereits in der Sozialhilfe enthalten. Die Legi wäre also eine doppelte Auszahlung», so FDP-Stadtrat Philippe Müller. Freibillette für Obdachlose würden zudem die Gefahr bergen, dass Trams und Busse künftig zum Tummelplatz der hiesigen Randständigenszene würden.

Diese Angst ist offenbar nicht ganz unbegründet: «Im Winter nutzen Obdachlose den ÖV ab und zu als Aufwärmstube», sagt Annegret Hewlett von Bernmobil. «Würde durch die Gratisbillette in Zukunft ein Problem entstehen, müsste man handeln.»

Nina Jecker