27. April 2006 23:02; Akt: 27.04.2006 21:04 Print

Keine Graffitiwand – dafür solls ein Spray-Festival gebenKeine Graffitiwand – dafür solls ein Spray-Festival geben

Die Berner Stadtregierung sperrt sich weiterhin gegen eine legale Wand für Sprayer. Möglich sei hingegen ein Graffiti-Kult-Event für Jugendliche.

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«Ich habe vom Berner Gemeinderat eine offenere Haltung erwartet», sagt Anne Wegmüller, Stadträtin der Jungen Alternativen (JA!). In einem politischen Vorstoss forderte die Partei, dass den Sprayern in Bern Wände zur Verfügung gestellt werden, wo sie sich legal verewigen können.

Von diesem Vorschlag hält die Stadtregierung aber wenig: Graffitis sollen auch weiterhin rigoros beseitigt und Sprayer polizeilich verfolgt werden, lautet nun die abschlägige Antwort des Gemeinderats. «Die Stadt schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn sie den Sprayern keine Plätze anbietet, um ihre Kunst legal auszuleben», ist Wegmüller überzeugt.

Eine grundlegende Abfuhr erteilt die Regierung der Sprayerfront allerdings nicht. Der Gemeinderat will nämlich prüfen, ob und in welcher Form sich ein jährlicher Graffiti-Kultur-Event in Bern durchführen lässt. Die Jungen Alternativen sprühen bereits vor Ideen: «Genial wäre es, eine riesige Leinwand zum Besprayen auf dem Bundesplatz aufzustellen», sagt Wegmüller. «Man könnte auch Workshops durchführen, in denen etablierte Graffiti-Künstler den Jugendlichen Tipps und Tricks verraten.»

Raffaela Moresi