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Bau bewilligt
02. Juli 2009 16:14; Akt: 02.07.2009 17:48 Print
Langenthal erlaubt Minarett
Die Stadt Langenthal hat die Baubewilligung für den Bau eines Minaretts erteilt. Es soll auf dem bestehenden Vereinslokal der Islamischen Glaubensgemeinschaft Langenthal entstehen.
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Das umstrittene Minarett in Wangen bei Olten
Neben dem Minarett entsteht auf dem Gebäude zudem eine Dachkuppe. Auch die Fassade des Gebäudes wird saniert. Gebetsrufe eines Muezzins soll es in Langenthal keine geben.
Pläne für das Langenthaler Minarett
Heftige Reaktionen
Das geplante Minarett hatte in Langenthal für heftige Reaktionen in der Bevölkerung gesorgt. So wurden etwa Unterschriften für eine Petiton gegen den Minarettbau gesammelt.
Aus der Nachbarschaft gingen rund 70 Einsprachen gegen ein erstes Baugesuch ein. Nachdem der Kanton Bern im April 2007 auf die Beschwerden eingetreten war, mussten die Gesuchsteller nochmals über die Bücher und insbesondere ein Betriebs- und Nutzungskonzept vorlegen.
Wie aufgeladen die Stimmung zeitweise war, zeigte nicht zuletzt auch der Wirbel um ein temporäres Kunst-«Minarett», das im Rahmen einer Ausstellung 2008 auf dem Dach des Kunsthauses Langenthal montiert wurde. Der Gemeinderat entschied schliesslich, dass die Kunstinstallation bis zum Ende der Ausstellung dort bleiben konnte.
Sikh-Tempel ohne Widerstand
Ganz im Gegensatz zum Minarett hat ein mindestens ebenso auffälliges Bauvorhaben einer anderen Religionsgemeinschaft in Langenthal kaum für Aufsehen gesorgt. Seit mehreren Jahren steht dort inmitten von Industriebauten nämlich ein auffällig bunt verzierter Sikh-Tempel.
Nebst architektonischen Aspekten spielten auch die Umstände der Zeit und das gesellschaftliche Image einer Religion bei der Aufnahme solcher Vorhaben in der Bevölkerung eine wichtige Rolle, wie Andreas Tunger-Zanetti, Koordinator des Zentrums für Religionsforschung, Anfang Juni im Rahmen einer Ausstellung zum Thema in Biel sagte.
Der Islam werde heutzutage leicht in Verbindung gebracht mit Anschlägen, Kriegen und Gewalt. Dagegen habe der Buddhismus eher ein Image des Friedens.
Anti-Minarett-Initiative
In Wangen bei Olten ist Ende Juni ein mindestens ebenso umstrittenes Minarett eingeweiht worden. Weitere Minarette gibt es seit vielen Jahren in Genf, Zürich und Winterthur.
Das Seilziehen um die geplanten Minarette in Wangen und Langenthal war Auslöser für die Anti-Minarett-Initiative. Ein Komitee aus SVP- und EDU-Politikern reichte die Initiative im Juli 2008 ein. Der Initiativtext besteht aus einem einzigen Satz: «Der Bau von Minaretten ist verboten.»
Die eidgenössischen Räte lehnen die Initiative ab. Das letzte Wort wird das Volk haben.
(sda)


























