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Sesselbahn-Panne
13. Oktober 2009 12:53; Akt: 13.10.2009 13:16 Print
45 Minuten in der Luft gehangen
Bange Minuten haben 32 Personen bei der Fahrt mit der historischen Sesselbahn auf den Weissenstein im Kanton Solothurn erlebt. Weil die Bahn wegen eines technischen Defekts blockiert war, ging es 45 Minuten lang weder vorwärts noch rückwärts.
Ein nicht besetzter Sessel hatte sich am Sonntag um 17.35 Uhr in der Talstation verkeilt, wie die Seilbahn Weissenstein AG am Dienstag einen Bericht der «Solothurner Zeitung» bestätigte. Der Grund war eine gebrochene Schraube. Offenbar kam es zu einem so genannten Ermüdungsbruch des Materials.
Die Sesselbahn auf den Weissenstein: Für die einen ein Denkmal von nationaler Bedeutung, für die andern einfach Schrott.(Bild: Keystone)
Nach dem Stopp der Bahn blieben 32 Personen, darunter auch Kinder, in 20 «Sesseli» für die Dauer von 45 Minuten blockiert. Mitarbeiter konnten das verkeilte Fahrzeug in der Talstation entfernen. Die Bahn lief in reduzierter Geschwindigkeit wieder an und die Passagiere fuhren zur Station.
Nach einem Probebetrieb am Montag ist die Bahn in Betrieb - aber nur noch bis zum Allerheiligen, dem 1. November. Dann stellt die Sesselbahn aus den frühen 50er Jahren ihren Betrieb für immer ein.
«Mir fällt ein Stein vom Herzen, wenn man die Bahn abstellen kann», sagte Betriebsleiter Konrad Stuber im Regionaljournal Aargau/ Solothurn von Schweizer Radio DRS. Wegen des Betriebsalters der Bahn komme es immer wieder zu technischen Störfällen.
Neue Gondelbahn umstritten
Die Seilbahn Weissenstein AG will auf den 1280 Meter hohen Hausberg von Solothurn eine moderne Bahn bauen. Diese soll mit 50 Sechser-Gondeln bis zu 900 Personen pro Stunde transportieren. Die Betreiberin rechnet mit dem Baubeginn im kommenden Frühling.
Der Schweizer Heimatschutz (SHS) und der Verein Pro Sesseli fordern jedoch den Erhalt der alten Sesselbahn. Ende September hatte der SHS gegen das Neubauprojekt der Seilbahn Weissenstein AG beim Bundesamt für Verkehr (BAV) zwei Einsprachen eingereicht.
Die Gesuchstellerin soll keine Konzession zum Bau und Betrieb einer neuen Gondelbahn erhalten. Das BAV soll zudem verbindlich untersagen, Teile der historischen Anlage vor einem rechtskräftigen Entscheid zu entfernen, wie der SHS forderte.
Gemäss Organisatoren ist die Sesselbahn auf den Weissenstein die letzte ihrer Art in der Schweiz und «ein Denkmal von nationaler Bedeutung». Die Bahn sei vergleichbar mit den Raddampfern auf den Schweizer Seen.
(sda)

























